Zu Hause bei Eltern vom Mars

Seit einigen Wochen gehört der Blog „Eltern vom Mars“ zu meinen absoluten Lieblingen. Mama Anna gibt mit wundervollen Bildern und tollen Texten Einblick in das aufregende Leben mit ihrer kleinen Tochter und zeigt viele tolle Ideen und Tipps nach Maria Montessori. Ich freue mich sehr, dass ich heute einen kleinen Blick ins Kinderzimmer von Julia geben darf – das ganz nach dem kindgerechten Montessori-Gedanken eingerichtet ist. Schlicht, schön und funktional:

Was war dir beim Einrichten des/der Zimmer/s besonders wichtig?
Es ist so: Die Wohnungseinrichtung ist eher an uns Erwachsene angepasst. Eh klar. Ich meine, ich hätte kaum Platz in einem Gitterbett und auch der Kindersessel wäre langfristig sehr unbequem. Wenn man aber unsere Möbel mit Kinderaugen betrachtet, ist die Einrichtung ziemlich unpraktisch: Sie kommen weder ohne Hilfe zum Waschbecken, noch erreichen sie in der Küche die Arbeitsfläche. Zum Esstisch müssen sie „raufklettern“, die Regale wirken in ihren Augen wahrscheinlich gigantisch, die Schränke monströs und unbrauchbar, da sie diese ja nicht einmal aufmachen können. Also wollten wir ihr ein Zimmer einrichten, wo alles an ihre Größe angepasst ist, wo sie alles erreichen kann (abgesehen vom Fenster), ein Zimmer, das mit ihr mitwächst. Die Bilder hängen in ihrer Augenhöhe sowie die Garderobe und der Spiegel. Statt einem Bett hat sie eine Matratze, so kann sie mühelos runter klettern oder sich eben hinlegen. Ihre Spielsachen stehen auf einem niedrigen und einfachen Regal, das nur 2 Fächer hat, sie muss also weder Schubladen aufmachen, noch sich strecken um etwas zu erreichen. Alles genau für sie bestimmt.

Woher kommen deine Inspirationen?
Von Maria Montessori.
Ich habe einmal eine kleine Umfrage in meinen Bekanntenkreis gemacht, was den Menschen, die von Montessori nur von Weitem gehört haben, zu diesem Namen eigentlich als erstes einfällt. Das Ergebnis hat mich gar nicht überrascht: Meistens sind Worte gefallen wie „alternativ“, „sektenmäßig“, „unrealistisch“ oder „sonderbar“. Daher habe ich angefangen einen Blog darüber zu schreiben, über unseren Montessori-Versuch, einfach um diesem Irrglauben ein Ende zu setzen. Denn es geht dabei um „Selbstständigkeit“, „Lernfreude“, „Freiheit“ und „Respekt“. Wir sind einfach überzeugt von ihren Grundgedanken und was wir können, setzen wir in unserem Alltag um. Montessori legt sehr viel Wert auf die Umgebung des Kindes, denn nur in einer Umgebung, wo sich das Kind zurechtfindet (sie nennt das eine ‚vorbereitete Umgebung‘), kann es selbstständig werden.

Wie schaffst du es Ordnung im Kinderzimmer zu halten?
Erwischt! Zurzeit mit viel Geduld und Fleiß meinerseits. Julia ist gerade erst 1 Jahr alt geworden, sie sammelt zwar gerne Gegenstände wieder ein, kann aber selbst noch nicht für Ordnung sorgen. Höchstens genießen und dafür muss ich sorgen. Doch damit sie lernt, dass alles seinen Platz hat, muss ich schauen, dass ich die Spielsachen die sie stehen und liegen lässt, wenn möglich sofort wegräume und sie zum Mitmachen motiviere. Jepp, das ist irre mühsam, verlangt viel Geduld, macht aber Sinn!

Wo kaufst du am liebsten ein?
Die Möbel meistens bei den Schweden. Die Qualität ist nicht immer die beste, aber Preis-Leistung stimmt in etwa. Außerdem kann man die Möbel meistens miteinander kombinieren. Den Rest bastle und nähe ich selbst. Gerade habe ich einen Plan für ein Bücherregal entworfen, das ich demnächst bauen möchte. Mal sehen, wann ich damit anfangen kann, ich habe zu viele Ideen und zu wenig Zeit, sie umzusetzen. Ihre Spielsachen sind von hier und da, wir versuchen das Spielzeuginventar möglichst rar zu halten unter dem Motto: „Weniger ist mehr“. Die Spielsachen sind meistens aus Holz oder Stoff, aber auch Plastik. Singende, leuchtende und „sprechende“ Spielsachen vermeiden wir komplett, sie soll die Welt und ihre eigenen Fähigkeiten nicht anhand von solch technischem Klimbim kennenlernen und entfalten. Einige ihrer Spielsachen habe ich genäht/gebastelt. Einfache Puzzleboxen aus Schuhschachteln zum Beispiel, Reissäckchen zum Werfen oder Holzrahmen mit Stoff überspannt um das Reißverschluss auf- und zumachen zu üben.

Welches ist dein Lieblingsplatz/-stück im Kinderzimmer?
Oje, keine leichte Frage, dass Zimmer hat gerade mal um die 6m². Mal nachdenken… Mein Lieblingsplatz? Am liebsten liege ich auf ihrer Matratze auf dem Boden. Da das Zimmer ein Dachfenster hat, sieht man den Himmel und die vorbeieilenden Wolken, das hat schon was. Und mein Lieblingsstück ist eindeutig der Spiegel. Er ist so nützlich wenn es ums Lernen geht! Es vergeht kein Tag, an dem Julia nicht in den Spiegel schaut und was neues entdeckt. Entweder ihre Grimassen oder wie man einen Gegenstand auf dem Kopf balancieren kann, Tiefen und Entfernungen im Raum (wenn man von solchen bei 6m² überhaupt sprechen kann) usw. Unglaublich vielseitig und praktisch so ein Spiegel, kann ich wärmstens empfehlen!

Hand aufs Herz, wie oft hast du das Zimmer schon umgestellt?
Bevor Julia geboren wurde, fungierte das Zimmer als Büro. Nun gehört es ihr. Das Zimmer ist allerdings so klein, viele Möglichkeiten, wie man die Möbel(chen) hinstellen kann, gibt es nicht wirklich. Noch 1-1 1/2 Jahre, dann bekommt sie ein größeres Zimmer, wir warten allerdings noch auf den Baubeginn. Du müsstest mich dann fragen, denn dann erst kann ich mich diesbezüglich so richtig austoben! 😉

Liebe Saskia, nochmals vielen lieben Dank fürs Interview, dass ich bei Deiner Kolumne „KindertRäume“ mitmachen durfte. Die Kolumne ist eine grandiose Idee!

Verbleibe als Deine treue Leserin,
Anna

7 comments on “Zu Hause bei Eltern vom Mars

  1. Hallo Saskia,
    danke für deinen Kommentar!
    Meine kinder sind ja schon
    fast groß,aber ich finde es
    immer interesant bei dir zu
    lesen!Schöne Bilder und
    Interview.
    Lieben Gruß
    Lia

  2. Hui….Dankeschön! Dankeschön! Dankeschön! 😉

  3. Oh ja? Anna und ihr Blog sind wunderbar und Julias Zimmer finde ich großartig! 🙂

    Liebe Grüße
    Isa

  4. Ich mag den Blog auch sehr gerne! Ich mag die Bilder, Ideen und Gedanken und das Interview hat alles nochmal abgerundet.

    …ich guck so gerne in fremde Zimmer! 🙂

  5. Interessant. Werde gleich mal bei Ihr im Blog vorbeispinxen. Mein Sohn wird ab dem Sommer auf eine Montessori-Schule gehen. Über das "sektenmäßig und sonderbar" bin ich erstaunt. Das assoziiere ich eher mit Waldorf. Aber jedem das seine. Schöne Idee diese Interviews. Gefällt mir. Liebe Grüße, Nadine

  6. Ach wie schön, wir hatten den Spiegel auch eine Zeit lang auf dem Boden stehen. Spiegel hilft bei uns immer (meistens)!

  7. Echt wudnerschoen!! Ich kann es kaum erwarten umzuziehen, damit ich Oscar's Zimmer endlich so einrichten kann wie ich moechte. Hier macht das einfach keinen Sinn mehr…

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