Handgemachte Lieblingsteile: Interview mit Antje Arens von MINUK

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MINUK Taschen – Handgemachtes aus Hamburg

Minuk Taschen

Die zeitlosen Handtaschen von Antje Arens habe ich 2014 durch den beliebten Lifestyle-Blog Pinkepank entdeckt.

Damals noch ein wenig print-lastig unterwegs, hat die schlichte Canvas Tasche ELIN meine knallbunte Wickeltasche abgelöst. Das ELIN Modell ist eine schlichte Alltagstasche, die ich – hochwertige Verarbeitung sei Dank – bis heute oft und gerne trage. Neben der Variante aus Stoff habe ich 2016 außerdem noch das Modell aus Leder erstanden.

Seit 2014 hat sich das feine kleine Label natürlich stetig weiterentwickelt. Neben Farb-Updates bei den Canvas-Taschen bietet Antje inzwischen auch Zubehör für Strickbegeisterte, Projekttaschen, Etuis und neu auch Strick-Kits.

Ich freue mich sehr, dass Antje sich die Zeit für ein kleines Interview genommen hat. Unterfüttert mit wunderschönen Aufnahmen rund um ihr Atelier in Hamburg Altona.

Liebe Antje, wie bist du überhaupt zu deinem eigenen Label gekommen?

MINUK gibt es nun seit fast 10 Jahren. Damals arbeitete ich bereits seit einigen Jahren in diversen Hamburger Werbeagenturen. War jedoch nie so wirklich glücklich damit. Ich tippte den lieben langen Tag Werbekonzepte in Word hinunter. Und das hatte so wenig mit meinem Design-Diplom und meinem Freie Kunst-Abschluss zu tun.

Ich wollte unabhängiger sein, selbstbestimmter arbeiten und einfach mit meinen Händen Schönes erschaffen. Diesen Schritt habe ich bis zum heutigen Tag nicht bereut. Zumal die Vereinbarkeit mit Kind viel mehr gegeben ist, als es zu Agentur-Zeiten der Fall wäre. Gerade die Corona-Zeit hat mir vor Augen geführt, was es für ein Geschenk ist, sich selbst eine (milde) Chefin zu sein.

Obwohl das letzte Jahr ein Kraftakt mit sehr hohem Bestellaufkommen war, habe ich die Extra-Zeit mit meinem Sohn sehr genossen und wir haben gebastelt, was das Zeug hielt. Meistens haben wir dafür meine Atelier-Räumlichkeiten im Herzen von Altona genutzt. So konnten wir die Situation zu Hause etwas entzerren und hatten alles da, was man brauchte.

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Aber auch abseits vom Lockdown mag ich den abwechslungsreichen Alltag mit der breiten Palette an Aufgaben und Prozessen sehr. Die Zusammenarbeit mit meiner Mitarbeiterin, die mir seit 3 Jahren unterstützend zur Seite steht, ist dabei sowohl befruchtend als auch freundschaftlich.

Welches war dein erstes Produkt?

Bekannt geworden ist MINUK mit der klassischen Tote Bag Elin aus Canvas, die noch immer ein beliebter Artikel im Sortiment ist. Damals habe ich noch viel mit Mustern im Siebdruckverfahren per Hand gearbeitet, die einen hohen Wiedererkennungswert hatten. Manche erinnern sich vielleicht noch daran.

Die Muster sind einer Schlichtheit und einem Purismus gewichen, bei dem die Materialität im Vordergrund steht.

Mit dem Heavy Canvas, der mit seinem Washed-out-Look und in einer wunderschönen Farbpalette daher kommt, bin ich nach langer Recherche sehr zufrieden. Auch die Bärentasche und die schlichten Ledertaschen sind beliebte Dauerbrenner.

Vor 5 Jahren hat sich das Sortiment um den Bereich „Knitting Goods“ erweitert und unsere Projekttaschen und Nadeletuis lassen jedes Stricker*innen-Herz höher schlagen.

Da ich selbst viel stricke liegt hier ein besonders großes Interesse von mir. Das lässt die Kommunikation mit meinen Followern (via Instagram @minukbags) für mich zu einem regen Austausch werden und hinterlässt kein lästiges Pflichtgefühl aus Marketing-Sicht.

Nach und nach füllt sich die Rubrik mit eigenen Anleitungen in unserem Shop und im November ging eine Art DIY-Box, ein Knit Kit in Kooperation mit dem Wollhersteller Lamana, online. Darüber freue ich mich sehr.

Es gibt selten Tage an denen mein Sohn oder ich nichts Selbstgestricktes tragen. Und irgendein Projekt schlummert immer im Projektbeutel neben dem Sofa.

Was ist dir bei der Herstellung deiner Produkte besonders wichtig?

Wichtig sind mir bei meiner Arbeit die Materialien, sowohl Qualität als auch Herkunft. Das reicht von den vegetabil gegerbten Lederhäuten bis zu den italienischen Karabinern, die aufgrund der Stabilität und Haltbarkeit der Ware aus China einfach vorzuziehen sind.

Denn eine MINUK-Tasche soll dich eine lange Zeit begleiten. Zudem achten wir darauf, dass wir wenig Verschnitt produzieren, Reste weiterverwenden und nachhaltig arbeiten.

Auf diese Weise ist auch die Bärentasche für Kinder entstanden. Natürlich ist auch Verpackung (-smüll) ein wichtiges Thema für Onlineshops. Wir bessern stetig nach, was noch zu optimieren ist und was nicht ohnehin schon zugunsten der Umwelt gut durchdacht war.

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MINUK Taschen - Handgemachtes aus Hamburg

Wo kaufst du selbst gerne ein?

Mein Konsumverhalten hat sich zugegebener Weise sehr stark verändert in den letzten Jahren.

Ich trage meine Kleidung sehr lange und kaufe nur ab und an mal eine Hose. Oberteile sind, wenn nicht selbstgestrickt, auch gerne mal selbstgenäht.

Die helle Wiksten Haori Jacket, zu sehen auf den aktuellen Produktfotos mit dem blauen Tuch, ist eine meiner absoluten Lieblingsteile. Für meinen Sohn nähe ich meistens auch selbst und versuche mich an Visible Mending.

Spielzeug und vieles andere kaufen und verkaufen wir regelmäßig auf Ebay-Kleinanzeigen. Es ist eine Lebenseinstellung und die möchte ich ihm mit auf den Weg geben.

MINUK Taschen - Handgemachtes aus Hamburg  Antje Arens

Und zu guter Letzte: Deine Insider-Tipps für ein schönes Wochenende in Altona?

Ich sitze gerne in einem der vielen kleinen Cafés in meiner Nachbarschaft.

Das „Tide“ in der Rothestraße gehört mit seinen Stammgästen, die in der Sonne vor dem alten blauen Sprossenfenster Zeitung lesen oder „Dorf-Tratsch“ austauschen, zu meinen Lieblingen.

Aber auch ein Bummel durch die Straßen runter zur Elbe zum Museumshafen Övelgönne mit seinen Kapitänshäusern oder eine Fahrt mit dem HVV-Ticket in Richtung Landungsbrücken und Elbphilharmonie ist ein Ausflug nach Altona wert.

Vielen Dank für deine Zeit, liebe Antje!

Im Archiv findest du noch mehr Beiträge zum Thema klein & fein.

Fotografie: Anna Constanty

Kategorien Blog DIY Style

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