Zählend mit den Fingern rechnen: Warum es so fatal ist und wie Eltern helfen können

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Rechnen und warum sollten sich Kinder möglichst früh davon lösen.

Zählend mit den Fingern rechnen: Warum es so fatal ist und wie Eltern helfen können

Eines gleich vorweg: Ich bin einfach eine interessierte Mama.
Ich bin keine Mathematikerin oder ausgebildete Pädagogin. Trotzdem oder gerade deshalb interessiert es mich, warum unser Schulsystem für viele Familien manchmal so unerträglich ist.

Auf dem Blog möchte ich Informationen rund ums Thema Lernen sammeln und Ressourcen für alle leicht zugänglich bereitstellen.

„Für die Hälfte der Grundschulkinder ist Mathe ein Angstfach.“

Dr. rer. nat. Klaus R. Zimmermann, Mathematik-Didaktiker

Dieses Zitat aus dem Buch „Jedes Kind kann rechnen lernen“ von Mathematik-Didaktiker Klaus R. Zimmermann fällt gleich im Vorwort mit der Tür ins Haus.

Mathematik: Ein Fach, das Schüler und Eltern regenmäßig zur Verzweiflung bringt. Es wundert also sicher niemanden, dass Mathe im Bereich der bezahlten Nachhilfe seit Jahren unangefochtener Spitzenreiter ist.

Zählend mit den Fingern rechnen, warum es so fatal ist

Das zählende Rechnen ist hierbei oft ein frühes Symptom bei Kindern, die in ihrer späteren Schullaufbahn mit Rechenschwäche oder Dyskalkulie diagnostiziert werden.

Zählendes Rechnen ist eine „Methode“, bei der Kinder die Verbindung zwischen Zahlen und Mengen nicht herstellen und/oder die im Unterricht behandelte Rechenstrategien nicht oder nur teilweise beherrschen.

Rechenaufgaben werden dann durch ab- oder weiterzahlen gelöst.

Zur Lösung der Rechenaufgabe 3 + 2 werden beispielsweise erst ein-zwei-drei, dann eins-zwei Finger abgezählt. Die Summe der Finger wird anschließend beginnend bei 1 abgezählt eins-zwei-drei-vier-fünf.

Das Kinder beherrscht demnach lediglich die ordinale Reihenfolge der Zahlen. Ein abstrakteres Verständnis der Mengen ist nicht gegeben.

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Was im 10er Raum noch klappen mag, das birgt spätestens dann Probleme, wenn Ergebnisse blitzschnell abgefragt werden oder die Zahlenreihe nicht mehr mit zwei Händen dargestellt werden kann.

„Nur etwa 28 % der Kinder {einer} Stichprobe bewältigten solche Aufgaben {…} nicht-zählend. Mehr als die Hälfte {54 %} griff zu Zählstrategien {zählendem Rechnen}, weitere 11 % zeigten sich bei solchen Aufgaben gänzlich überfordert.“

Empirischen Studie am Ende des 1. Schuljahres; Niederösterreich (Gaidoschik 2010) www.recheninstitut.at

Das Ergebnis einer in Niederösterreich durchgeführten Studie lässt aufhorchen. In Deutschland würde sicher vermutlich ganz ähnlich ausfallen. Es wird deutlich: Zählendes Rechnen ist für Schüler und Lehrkräfte ein echtes Problem!

„Wird zählendes Rechnen verfestigt, stellt es eine Sackgasse dar, aus der die Schüler im 2. oder im 3. Schuljahr kaum mehr herauskommen.“

J.H. Lorenz / H. Radatz, 1993

Im Klartext bedeutet das:

Was gleich zum Beginn der Schulzeit falsch bzw. nicht ausreichend erlernt wird, zieht einen Rattenschwanz an Problemen – und damit immer einhergehend – Belastung für Kinder hinterher!

Nicht das Zählen an sich ist hier problematisch, sondern, dass es an Stelle der notwendigen Rechenstrategien tritt!

Die mathematischen Grundlagen können dadurch nicht aufgebaut oder gar gefestigt werden. Grundlagen, auf denen alle weiteren Rechenprozesse aufbauen müssen.

Ich mag hier den Vergleich zu einem Turm aus Jenga-Steinen: Sitzen die unteren Bausteine des Turmes – sprich, sitzt das Fundament des Turmes nicht richtig, wird das Gebilde mit jeder weiteren Etage unstabiler. Bis es irgendwann komplett einbricht. Wir können dann versuchen die oberen Etagen zu stützen, lösen so aber nicht das zugrundeliegende Problem. Nämlich die fehlende Grundlage.

Wie Eltern ihren Kindern konkret helfen können

Im Idealfall erkennen qualifizierte Lehrkräfte frühzeitig die fehlerhafte Herangehensweise. Basierend auf den ganz individuellen Baustellen, können sie Schülern und deren Eltern einfache Hilfestellungen an die Hand geben. Das bedeutet zwar erstmal zusätzliche Arbeit, schafft aber eine gute Basis für spätere Lerninhalte.

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Erkennen Lehrer die Problematik nicht, heißt es für Eltern selbst wieder die Schulbank zu drücken und Informationen zu sammeln!

Mathenachhilfe für interessierte Eltern

Eine sehr ausführliche Übersicht mit kostenlosen Aufgaben, Lernvideos und Hilfestellungen findest du z.B. hier:

Kostenlose Mathenachhilfe im Internet

Buchempfehlungen: Das raten die Experten

Arbeitshefte & Material

Spiele, die nicht-zählendes Rechnen unterstützen können

  • Halli Galli hilft beim schnellen Erfassen von Mengen
  • Würfelspiele wie Kniffel schulen das Erfassen von Mengen, Additionsaufgaben und strategisches Denken
  • BrainBox Spiele können die Merkleistung verbessern
  • Klassische Brettspiele wie „Mensch ärger dich nicht“ schulen Strategie, Mengenerfassung und einfache Addition
  • Monopoly Junior fördern einfache Addition und Subtraktion sowie strategisches Denken

Im Archiv findest du noch mehr Informationen und Ideen rund ums Thema Mathematik in der Grundschule.


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