Einfach leben: Wie Vorhersehbarkeit und kleine Rituale unser Familienleben einfacher machen

Wie einfache Rituale unseren Familienalltag einfach machen

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Einfache Rituale für Familien

Im Buch „You are your childs first teacher“ {Affiliate Link} von Waldorf-Pädagogin Rahima Baldwin Dancy habe ich zum ersten Mal vom Prinzip der Rhythmen – etwas freier übersetzt Routinen – im Alltag gelesen.

In einem gesamten Kapitel befasst sich die Autorin mit der Notwenigkeit und vor allem den positiven Auswirkungen, die feste Abläufe und wiederkehrende Muster für unseren Alltag haben.

Ein fester Tagesablauf im privaten Umfeld mag auf den ersten Blick nach Einschränkung, Monotonie und fehlender Flexibilität klingen.


In der Praxis geht es aber vielmehr um einen gewissen Grad an Selbstdisziplin, den wir Eltern brauchen, um unseren Kindern Verlässlichkeit und damit auch Sicherheit zu geben.


Feste Essenzeiten, kleine Pausen für alle und vor allem feste Schlafenszeiten. Diese Abläufe werden für Kinder schnell zur Gewohnheit und bilden darüber hinaus Teil ihres Wir-Gefühls in der Familie.

Ein sicheres Fundament im Alltag schaffen

Ich werde nie vergessen, wie unsere Mittlere voller Stolz eine Freundin nach ihrer Ankunft als erstes zum Schuhschrank führte und freudig erklärte: „Hier stellen wir immer erst unsere Schuhe ab.“

Dieses Wir-Gefühl, das uns als Familie stärkt, gründet genau auf diesem Fundament der kleinen Abläufe und Gewohnheiten. Es geht nicht darum etwas zu tun, weil es einem so aufgetragen wird – es wird ganz nebenbei zur Selbstverständlichkeit.

Was in vielen Ratgebern oft als Konsequenz in der Erziehung eingefordert wird, findet für mich im Mäntelchen der Gewohnheit und Vorhersehbarkeit einen viel runderen und vor allem entspannten Ansatz.

Simple Grundsätze, die von uns als Eltern vorgelebt werden sind für Kinder oft viel einfacher umzusetzen als lange Liste mit Regeln und Verboten.

Routine am Abend

Kurz nach der Geburt unseres ersten Kindes, las ich von Ritualen, die man abends vor dem Schlafengehen einführen soll. Was damals eher ein verzweifelter Versuch auf der Suche nach mehr Schlaf war, macht inzwischen Sinn für mich.

Es geht nicht darum, Kinder auf unseren gewünschten Rhythmus zu polen, sondern vielmehr, diesen Rhythmus durch Vorhersehbarkeit und damit Sicherheit ganz nebenbei zu schaffen.

Statt vielfach zu erklären oder gar zu diskutieren, was als nächstes gemacht wird, fügt sich der Ablauf so oft nach einigen Tagen ganz von alleine.

Und genau so, manövrieren uns diese Rhythmen oft viel einfacher durch den Familienalltag mit all seinen Emotionen und Herausforderungen.

Wir sehr, das merke ich meist erst, wenn wir aus unserem gewohnten Ablauf gerissen werden. Wie grade in den Ferien, wenn eines der Kinder krank ist oder wenn Besuch über mehrere Tage bei uns bleibt.

Kurzum, Rhythmen machen den Alltag für mich wesentlich einfacher – sind aber kein Allheilmittel für das ganz normale Familienchaos.


Weiterführende Links:

 

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  1. Hallo liebe Saskia,

    Ein ganz toller Artikel. Wir versuchen mit unserem Kleinen auch mehr und mehr Rhythmus in den Alltag zu bringen. Am Abend, vor allem zu zweit, klappt das auch ganz gut. Mittags hakt es mit zB festen Schlafens- und Essenszeiten doch noch sehr. Da muss ich eher nach seinen Bedürfnissen als „nach der Uhr“ schauen. Aber ich gebe dir Recht, all diese kleinen Gewohnheiten machen das „Wir“ aus und geben auch uns Erwachsenen Sicherheit und Ruhe.

    Liebe Grüße

  2. Liebe Saskia,
    ich bin da absolut bei dir. Ich wollte unserem frollein jetzt mal etwas Gutes tun und den Sandmann auf meinem Laptop mit ihr im Bett schauen. Da hat sie richtig angefangen zu weinen und gesagt: „Neiin, wir gucken den Sandmann immer auf der Couch.“
    Da musste ich eigentlich ein bisschen Lächeln, weil die Abläufe (gerade am Abend) für sie so selbstverständlich sind, dass eine Abweichung davon einen kleinen Weltungergang in ihr auslöst.
    Also haben wir den Sandmann, wie immer, auf der Couch geschaut und alle waren glücklich.
    In diesem Sinne kann ich dir nur beipflichten. Ich bin gespannt, wie sich das ab August mit Kind2 einpegeln wird.

    Ganz liebe Grüße
    Laura

  3. Ein schöner Artikel. Grundsätzlich bin ich ein flexibler Mensch, aber in Bezug auf meine Kinder, habe. Wir auch ganz „strikte“ Abläufe. Und Kinder brauchen das. Viele werfen einen ja vor, die Kinder dabei einzuschränken. Auch als Grundschullehrerin hatte ich immer ganz strikte Abläufe. Und auch in der Schule gaben diese den Kindern einfach Sicherheit. Es gibt im Laufe des Tages genug Möglichkeiten trotzdem spontan und kreativ zu sein.

  4. Ein sehr toller Artikel. Magst du mal einen Auszug aus eurer Abendroutine mit den Kindern schreiben? Unser kleiner Mann versucht mit seinen zwei Jahren den Abend so lang wie möglich hinauszuzögern und versucht nochmal aufzudrehen. Vielleicht hast du da einen Tipp…
    Ganz liebe Grüße

    • Liebe Denise,

      danke für deine Antwort – zum konkreten Ablauf werde ich in den nächsten Tagen noch mal etwas schreiben. Danke für dein Feedback!

      Liebe Grüße
      Saskia

  5. Liebe Saskia,
    ja, das mit den Routinen nutze und schätze ich hier im Alltag auch sehr – gerade auch seit ich alleine mit den Kindern lebe. Und auch für mich ist es so viel einfacher, weil einiges einfach automatisiert läuft und ich nicht viel nachdenken und entscheiden muss. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche.

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