Simplicity: Warum freies Spielen für alle wichtig ist


Freies Spielen – was ist das und wozu ist es gut?

Unter dem Begriff „Freies Spiele“ sammeln Pädagogen all das, was Kinder kreativ ins Rollen bringen, ohne, dass sie dazu angeleitet werden oder konkretes Spielzeug benötigen.

Ich erlebe dieses freie Spielen hier jeden Tag: Meist gehen wir einfach raus auf den Spielplatz. Oft warten dort schon die Freunde aus der Nachbarschaft – und was binnen weniger Minuten entfacht, fasziniert mich jedes Mal.

Ein bisschen wie beim Blindschach – da werden imaginäre Biografien getauscht „Ich wäre ein Einhorn und du bist dann eine Fee!“ „Ich möchte aber lieber ein Einhorn mit Flügeln sein!“ und los geht es. Bäume werden Paläste, Treppen ein magischer Pfad und Spielzeug braucht hier eigentlich niemand.

Auszeit für mich

Meist sitze ich auf einer Bank, halte Snacks bereit und schaue mit dem Minimann einfach dem bunten Treiben zu. Und falls dem Junior dann auch noch die Augen zufallen – perfekt: Auszeit für mich – volles Auspowern und große Freiheit für die Kinder.

Bei schlechtem Wetter läuft das Ganze sehr ähnlich ab. Im Wohnzimmer entsteht dann aus Sofakissen, Tauen, Tüchern und Co eine ganz eigene Welt. Während ich mich meist ungestört ins Arbeitszimmer zurückziehen kann oder ohne Ablenkung den Haushalt schmeiße.

Lernen ganz nebenbei

Für unsere Kinder wünschen wir uns doch einen möglichst einfachen Start ins Leben. Und oft stellt sich da die Frage, wie wir unsere Kinder dabei unterstützen können.

Klar haben wir auch Kurse, zu denen die Kinder regelmäßig gehen – trotzdem halten wir im Kalender auch immer Tage komplett frei.

Ist Zeit, in der die Kinder „einfach machen“ – wirklich gut investiert? Und darf man eigentlich auch ganz ohne schlechtes Gewissen einfach mal nichts tun?!

Ein Ausschnitt aus dem Buch Simplicity Parenting hat mir da noch mal eine erfrischende Perspektive mit auf den Weg gegeben:

„Die beste Vorhersage über Erfolg und Glück im Leben, ist die Fähigkeit mit anderen Menschen zurecht zu kommen.“

Unser gesamtes Leben dreht sich um soziale Kontakte und darum, mit andern Menschen zurecht zu kommen.

Im Privatleben wie im Job zählen Teamfähigkeit, Empathie und Kompromissbereitschaft. Beim freien Spielen unter Geschwistern und mit Freunden schulen Kinder all dies ganz nebenbei.

Die Kinder lernen aufeinander einzugehen, Kompromisse zu finden, anderen zu helfen und gemeinsam an einer Idee zu arbeiten.

Je nach Alter der Kinder ist zwar manchmal die Hilfe von Erwachsenen nötig – aber ca. ab 4 Jahren aufwärts und mit älteren Kindern in der Gruppe, könnten wir Eltern uns wirklich mal entspannen.

 


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About

Ich mag es, wenn die Dinge einfach und gut sind: Wenn Aktivitäten den Alltag einfacher gestalten und am Ende des Tages ein richtig gutes Gefühl bleibt; wenn Essen nicht nur einfach zuzubereiten ist, sondern auch gut tut - und, wenn Produkte einfach funktionieren und etwas Gutes für alle Seiten bleibt.

  1. Hallo Saskia,
    ich finde es etwas erschreckend, dass „Freies Spielen“, also Spielen ohne Anleitung der Eltern so ein Thema ist! Meine zwei jüngeren Geschwister und ich haben nur allein gespielt (also ohne Eltern). Es waren meist Freunde und /oder Cousinen und Cousins dabei, aber nie Erwachsene. Und genauso halten wir es mit unseren Kids. die Große (fast 11 ) kann sich eigentlich den ganzen Tag selbst beschäftigen (nicht nur mit Tablet und Co.), so dass ich sie runterholen muss, damit ich Zeit mit ihr verbringen kann, die Einjährigen Zwillinge sind sogar schon in der Lage mal eine halbe Stunde zu spielen und meistens nehmen sie nicht das angebotene Spielzeug ,sondern krabbeln hinter einander um den Tisch oder verstecken sich hinter den Gardinen etc. , es macht ihnen sichtlich und hörbar Spaß, denn sie lachen dabei 🙂 Nachmittagskurse machen wir nicht, aus finanziellen Gründen, unsere Tochter hat aber zwei AGs in der Schule ( Chor/Technik) und Freitags geht sie zu den Royal Rangers (christl. Pfadfinder). Wir denken das reicht aus. Mit den Zwillingen gehe ich ab nächste Woche (1x wöchentlich ) in eine Spielgruppe.
    Lieben Gruß, Olga

    • Liebe Olga,

      in meiner Kindheit war das tatsächlich genau so und ich glaube auch fast überall normal. Der Druck, die Zeit der Kinder sinnvoll zu nutzen steigt heute aber zunehmend.

      Die Pfadfinder finde ich so eine geniale Sache – und da lernen Kinder wirklich so viel grundlegendes fürs Leben, toll!

      Alles Liebe
      Saskia

    • Ein toller Blogpost und ich sehe es ähnlich wie Olga. Es scheint aber wirklich ein Thema zu sein und ich höre auch immer wieder: ach, mein Sohn kann sich gar nicht allein beschäftigen. -> Ist aber auch kein Wunder, wenn man den Nachmittag bis auf 20/30-Minuten Zeitfenster verplant, wie soll man denn da in den Flow kommen. Und das Zweite ist, dass meine Vollzeitkollegin zu mir (Halbtagsjob) sagte, wenn sie früher zuhause wäre, dann müsste sie ja immer was mit ihrem Sohn machen im Sinne von bieten/unternehmen. Ich glaube, da fehlt dann einfach die Erfahrung, den Tag auch einfach mal laufen zu lassen. Ich genieße es, wenn die Kinder miteinander spielen, mit Besuchskindern geht es mal mehr oder weniger gut. Spielplatz ist für mich dagegen eher Stress, aber vielleicht wird es ab Frühling besser :-).
      Und zum Schluss: liebe Saskia, ich freue mich immer über Deinen tollen, entspannten Posts!

  2. Anonymous

    Genau so sah auch meine Kindheit aus.

    Aber klar, wenn heute bei vielen beide Elternteile arbeiten und dann noch Vollzeit, dann bleibt wenig Zeit für Gemeinsames oder eben für freie Zeit in der Natur oder mit Freunden.

  3. Hallo du Liebe,
    ich sehe es gar nicht unbedingt als ein Nichtstun für die Eltern an, sondern eher als ein Raumgeben – es geht ja nicht darum möglichst viel Erholungszeit für sich selbst freizuschaufeln, sondern für mich eher darum meinen Kindern überhaupt die Möglichkeit zu geben einfach auch mal unbeobachtet zu sein – ich finde diese Zeit und das freie Spiel auch einfach unglaublich wichtig für die Geschwisterbindung. Klar klingt das nicht immer alles super harmonisch was man da so aus dem Kinderzimmer hört, doch unbeobachtet, haben meine Jungs auch die Möglichkeit ihre Konflikte untereinander auszumachen.
    Liebste Grüße

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