Wochenbett mit Kindern: Geschwister liebevoll auf ein Baby vorbereiten

Wochenbett für Kinder: Geschwister bekommen - Geschwister werden

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Wochenbett mit Geschwistern

Grade vor der Geburt des zweiten Kindes habe ich mir viele Gedanken zur Zeit danach gemacht. Unsere Kinder waren damals knapp 2,5 Jahre auseinander – ein Alter, in dem die Große zwar schon selbstständig aber immer noch sehr auf uns Eltern angewiesen war.

Wie Eltern den Spagat letztlich schaffen hängt natürlich immer ganz vom Alter der Geschwister, der Familiensituation und dem Verlauf der Geburt ab.

Wie wir unsere Kinder während der Schwangerschaft und für die Zeit im Wochenbett auf ihr Geschwisterchen vorbereitet haben, das möchte ich heute mit ein paar einfachen Tipps teilen.

Vor der Geburt

Kinder unter 3 Jahren erleben die Schwangerschaft meist als etwas eher abstraktes. Sie haben möglicherweise Freunde mit Geschwistern und finden oft die Vorstellung, dass da ein Baby in Mamas Bauch ist spannend.

Trotzdem kann man ein Kind in diesem Alter wohl einfach nicht auf die gesamte Tragweite einer Geburt und der Bedeutung von Geschwistern vorbereiten.

  • Gemeinsam durch alte Babykleidung stöbern
  • Altersgerechte Bücher zu Thema anschauen
  • Bewusst von „unser Baby, dein Bruder/deine Schwester“ sprechen
  • Gemeinsam Dekoration für das Babyzimmer basteln
  • Die Unterbringung während der Geburt planen und besprechen
  • Desinteresse akzeptieren
Bücher rund um Babys

Wir haben uns in der Bibliothek viele Bücher rund um das Thema Schwangerschaft und Geschwister angeschaut. Viele der Bücher waren für meinen Geschmack einfach viel zu tiefgreifend.

Mit 2 und 3 Jahren hatten unsere Kinder noch recht einfache Fragen und Ansichten zu dem Thema Schwangerschaft. Folgende Bücher {Affiliate Links} haben wir als Vorbereitung gerne gemeinsam angeschaut.

Das Baby ist da!

Das Geschwisterchen ist endlich da und alles ist so aufregend und doch irgendwie anders als gedacht. Ich weiß leider nicht mehr in welchem Buch ich das folgende Szenario gelesen habe – aber ich finde die Situation so wunderbar passend beschrieben:

„Sie müssen sich das mal so vorstellen: Ihr Mann kommt abends freudestrahlend nach Hause, in seinem Arm eine andere Frau. Er nimmt Sie in den Arm und sagt: „Schatz, ich liebe dich – das ist meine neue Frau, ich liebe sie genau so wie dich und sie wohnt ab heute bei uns!“

Großartige Vorstellung – oder? Im Buch rät der Autor über die negativen Gefühle zu sprechen. Klar, als Eltern ist es erstmal auch schwer, sich zu „teilen“ und genau das darf man auch so auch liebevoll zum Ausdruck bringen.

Wenn Eltern die Gefühle der Kinder akzeptieren und nicht als Schuldzuweisung verstehen, nimmt man oft Druck aus der neuen Situation.

  • Die Perspektive auf dem Kind belassen „Möchtest du deinen Bruder halten?“
  • Besuchern das Baby als Teil der Familie vorstellen „Das ist Lottes kleiner Bruder O.“
  • Ablehnung und Wut verstehen – man darf Gefühle haben und benennen
  • Offen über die eigenen Gefühle als Eltern sprechen
  • Gewohnte Rituale nach Möglichkeit beibehalten – und in den Wochen und Monaten von der Geburt schon an die neue Situation anpassen
Kindergartenpause oder nicht?

Ob die Kinder normal dem gewohnten Alltag folgen haben wir unserer Großen selbst überlassen.

Da ihr Bruder erst im Laufe des Morgens auf die Welt kam, ging sie damals wie gewohnt in den Kindergarten und wurde bei der Heimkehr von ihrer Oma mit den freudigen Nachrichten überrascht.

Am nächsten Tag konnte sie es dann kaum abwarten wieder in den Kindergarten gehen. Um ihren Freunden ganz stolz all von ihrem kleinen Bruder zu erzählen.

Die Kindergärtnerin hat uns damals geraten die Entscheidung spontan vom Kind treffen zu lassen. Nach dem kurzen Vorgespräch waren alle Seiten gut auf die mögliche Situation vorbereitet. Trotz Schulpflicht hätte man hier also auch ein Auge zugedrückt – was ich wirklich toll finde!

Im Wochenbett

Fürs Wochenbett gilt, möglichst wenig Stress und viel Zeit um anzukommen. Ich persönlich hatte bei Male das starke Bedürfnis wieder schnell in meine alte Mamarolle zu finden.

Zwar schlagen die Geburt und kurzen Nächte auf die Form, trotzdem gibt es schöne Alternativen zum vollen Tempo.

  • Einen Korb mit Beschäftigung während des Stillens vorbereiten z.B. mit Büchern, Puzzle, magischer Tafel und Holzfiguren
  • Die alten Fotoalben der Geschwister auspacken
  • Gemeinsam mit anderen Erwachsenen kleine Snacks vorbereiten und Speisen ans Bett servieren
  • Draußen für Mama einen Strauß Blumen pflücken oder Laub und Kastanien als Erinnerung sammeln
  • Gute {richtig gute!} Freunde zum Spielen einlade: Im Idealfall mit Eltern, die den Betreuungsschlüssel spontan erhöhen und vielleicht sogar Kuchen mitbringen
  • Baby in die Trage packen und für ein paar Stunden wieder „schwanger“ sein

Ihr habt selbst schon ein Wochenbett mit Geschwistern hinter euch? Ich bin gespannt auf eure Tipps und Erfahrungen. Von denen werden andere Eltern sicher sehr profitieren.

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3 Kommentare zu “Wochenbett mit Kindern: Geschwister liebevoll auf ein Baby vorbereiten

  1. Christina

    Liebe Saskia, wieder mal ein sehr schöner Text mit schönen und kindgerechten Ideen. Ich selbst hatte letztes Jahr das Wochenbett meiner zweiten Tochter und habe versucht es möglichst angenehm für meine große, damals 2 3/4 jährige, kleine Tochter zu gestalten. Ich glaube, was sie betrifft habe ich relativ viel gut hinbekommen und so haben wir auch die ersten Wochen gut gemeistert. Für mich war es gut, dass meine erste unglaublich gerne in den kindergarten ging. So hatte ich bis 14:30 Uhr immer Wochenbett und Babyzeit und ab 14:30 Uhr habe ich meine kleine dann viel in der Trage gehabt und versucht mich weitestgehend auf die große Kleine zu konzentrieren. Seit die Kleine nicht mehr gestillt wird, haben meine Große und ich einmal im Monat ein Mama-Tochter-Date und machen das was sie sich wünscht. Manchmal sind es Dinge, die wir auch mit Baby machen könnten, aber das ist egal, denn es geht da auch auf dem Spielplatz dann darum ihr die volle Aufmerksamkeit zu geben.
    Was ich anders machen würde: ich würde beim nächsten mal länger im Krankenhaus bleiben und das Wochenbett wenigstens für 3 Nächte und Tage WochenBETT sein lassen, denn das hat mir persönlich gefehlt.
    Ich freu mich auf weitere Gedankenanstöße von dir!
    Christina

  2. Rosalie

    Beim zweiten Kind haben wir uns auch viele Gedanken gemacht. Unsere Tochter war gerade 2 geworden und damit doch noch recht klein. Der kleine Bruder kam am späten Abend auf die Welt und so verbrachten wir eine Nacht im Familienzimmer. Am nächsten Morgen kamen mein Mann und dieTochter um mich und das Geschwisterchen nach Hause zu holen. Ich habe sie auf dem Flur erwartet und war so aufregt! Wir sind dann gemeinsam ins Zimmer und haben das Baby begrüßt. Alles lief völlig entspannt und unkompliziert. Im Nachhinein denke ich, es hätte sie auch nicht die Bohne gestört, wenn ich da im Bett gelegen und sich ihr Bruder an mich gekuschelt hätte. Insgesamt habe ich auch das Wochenbett und die spätere Zeit sehr positiv in Erinnerung. Obwohl mein Mann sehr schnell wieder arbeiten musste und ich mit zwei kleinen Kindern allein zu Hause war. Beim dritten Kind stand ich wieder im Krankenhaus auf dem Flur als die beiden Großen uns abholen kamen. Diesmal allerdings gleich mit Baby im Arm. Ich weiß gar nicht mehr warum ich nicht im Zimmer gewartet habe. Aber wo war letztendlich wieder egal. Die Kinder haben sich gefreut und waren neugierig auf den kleinen Bruder. Das Wochenbett war diesmal anstrengender. Der Mann wieder nur kurz da und dann eben 3 Kinder. Das habe ich bemerkt und unterschätzt. Aber wie so oft, es geht schon irgendwie. Als Buchtipp möchte ich noch „Wer wohnt denn da in Mamas Bauch“ von Lars Daneskov und Claus Bigum da lassen. Die Kinder, damals fast 3 und fast 5, fanden es sehr lustig und wir auch!

  3. Anna Huber

    Hallo,
    Das wunderbare zitat ist von einem spanischen kinderarzt, gonzalez glaub ich. Habe sein buch verschlungen. Besonders gefällt mir auch zum thema teilen der vergleich dass
    „Es doch kein problem sein kann den bmw-schlüssel aus der hand zu geben wenn doch der nachbar damit fahren (spielen)will“. Ich habe mein wochenbett in einem wunderbar familiären krankenhaus verbracht, aufgrund der gelbsucht unseres juniors 7 tage lang und wurde jeden nm von der grossen (4) und dem papa besucht. Ich hab ihr immer den nachtisch aufbehalten und sie konnte es kaum erwarten dass wir heimkommen.

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