Ein Jahr als dreifach Mama

Mutterherz: Ein Jahr als dreifache Mama

Ein Jahr als dreifach Mama

Wir haben letzte Wochen den 1. Geburtstag unseres Sohnes gefeiert. Und hinter uns liegt eine wirklich anstrengende aber auch unglaublich schöne Zeit.

Wie ist es also, Mutter von drei Kindern zu sein?

Um ehrlich zu sein habe ich in den letzten Monaten gedanklich schon oft nach passenden Worten zu dieser oft gestellten Frage gesucht. Und grade, wenn ich dachte, dass wir den Bogen so langsam raus haben, mischten sich die Karten wieder neu.

Manche Tage sind entspannt, voller Lachen und mit Zeit für jeden. An anderen Tagen läuft es einfach unrund – fehlt mir das zweite Paar Hände, reiben sich die Gemüter und sind Schlaf und Ruhe ganz ehrlich Mangelware.

Es ist ein stetiger Wechsel und mit jedem neuen Entwicklungsschritt – aber auch mit wechselhaftem Wetter, Ferientagen und Besuch – müssen wir uns im Alltag neu finden.

Einfache Rhythmen – mehr dazu bald in einem ausführlicheren Beitrag – sind im Alltag ganz ehrlich meine Rettung, mein Fels. Ich merke, wie mir der kleine rote Faden einfacher Abläufe und Rituale oft den nötigen Weitblick gibt, mich kleine Krisen durchstehen lässt und für unsere Kinder immer wieder wie von selbst Ruhe ins Geschehen bringt.

Ja, Rhythmen sind mein Verbündeter im manchmal doch recht turbulenten Alltag.

Geschwister sein, Geschwister werden

Liebe, die war für den kleinen Bruder wirklich von Anfang an mehr als genug da. In unserem ganz persönlichen Fall spielen mir im Alltag vor allem der Altersabstand mit 5 und fast 3 Jahren in die Karten. Außerdem sind unsere Mädchen einander so gute Freundinnen geworden, dass sie sich auch mal wunderbar auffangen und gegenseitig beschäftigen.

Mit 6 Jahren und Erfahrung als große Schwester kommt die Große mit den Veränderungen wohl am einfachsten klar. Denn de facto nimmt ihr das Baby nichts: Was Kinder im Kindergartenalter brauchen, sind meiner Erfahrung nach offene Ohren, sinnvolle Aufgaben und das Gefühl gesehen zu werden. Nichts, was mit Baby an der Brust oder im Tragetuch nicht genau so möglich ist. Und Platz, um einmal ganz fest in den Arm genommen zu werden bleibt immer.

Im Alter von 3 Jahren braucht man hingegen oft wesentlich mehr physische Präsenz der Eltern: Im Alltag gibt es immer wieder Aufgaben, die noch nicht so ganz alleine klappen; es gibt brennende Fragen, die sofort und manchmal auch extrem lautstark gestellt werden müssen. Und ja, da gibt es vielleicht auch manchmal das Gefühl bis vor kurzem noch das Baby in der Familie gewesen zu sein.

Über unser Wochenbett für Geschwister werde ich bald noch mal ein bisschen ausführlicher schreiben. Mir war es aber wichtig, die Gefühle unserer Kinder wahrzunehmen und anzunehmen. Ja, man darf so ein süßes Baby manchmal auch einfach nur doof finden. Punkt. Böse ist einem aber auch niemand, wenn man dann fünf Minuten später doch ganz heimlich, still und leise die winzigen Babyzehen bestaunt und bis über beide Ohren verliebt grinst.

Während mich bei Baby Nummer 2 natürlich das schlechte Gewissen gegenüber der Großen plagte, rettet mich bei Baby Nummer 3 die Gewissheit, dass Geschwister wirklich ein unglaublich wertvolles Geschenk sind und, dass Liebe eben nicht immer auf den ersten Blick sein muss.

Entspannte Eltern, entspanntes Baby

Ganz ehrlich – unser drittes Kind war ein typisches Anfängerbaby und ausgesprochen pflegeleicht. Lag das nun an all der geballten Erfahrung und einfach entspannten Eltern? Ich behaupte Nein!

Was mich unsere Kinder gelehrt haben, ist die Feststellung, dass Kinder wirklich mit einem festen Charakter geboren werden.

Natürlich gibt es grade beim ersten Kind oft eigene Unsicherheiten, die Probleme schnell noch zusätzlich wachsen lassen. Trotzdem bin ich mittlerweile der festen Überzeugung, dass unsere Kinder diese Welt bereits mit ganz viel Persönlichkeit betreten. Das größte Geschenk machen wir ihnen, wenn wir sie einfach so annehmen wie sie sind. Ohne gleich alles in Frage zu stellen – einfach mit ganz viel Liebe und Sanftmut, vor allem für sich selbst!

Babys, die vielleicht auf den ersten Blick schwierig sind – ich spreche da aus Erfahrung – lassen uns als Eltern oft sogar am meisten wachsen. Einen starken Charakter zu besitzen, eigene Bedürfnisse einzufordern und sich im wahrsten Sinne laut für das zu machen, was uns wichtig ist. Ist es nicht eigentlich genau das, was wir uns für das spätere Leben unserer Kinder wünschen?!

Natürlich bin ich dankbar, dass unser Junior uns den Start ins Leben zu fünft durch friedliche Schläfchen im Tragetuch und ein breites Dauergrinsen einfach gemacht hat. Trotzdem ist und bleibt das Leben ein Abenteuer und bleibt Familie letzte das, was uns stark macht und jeden Tag aufs neue wachsen lässt.

Bitte entschuldigt, wenn mir mal wieder der ein oder andere Tippfehler durchgegangen ist. Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem am Ende des Kaffees noch einiges an Aufgaben übrig ist. In dem Sinne, schön hier diesen kleinen Ort für meine Gedanken zu haben. 

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Ich mag es, wenn die Dinge einfach und gut sind: Wenn Aktivitäten den Alltag einfacher gestalten und am Ende des Tages ein richtig gutes Gefühl bleibt; wenn Essen nicht nur einfach zuzubereiten ist, sondern auch gut tut - und, wenn Produkte einfach funktionieren und etwas Gutes für alle Seiten bleibt.

8 comments on “Mutterherz: Ein Jahr als dreifache Mama

  1. Solch schöne Gedanken. Danke dafür, Saskia!

  2. Das hast du ganz wunderbar geschrieben! ich denke auch dass jedes kind mit ganz viel Persönlichkeit auf die Welt kommt – und nicht nur super entspannte Eltern super enspannte Babys haben – denn die kurzen Nächte, viele Tränen, und ganz viele Bedürfnisse die alle aufeinmal gestillt werden wollen lassen einem ja dann erst unenspannt und manchmal auch hilflos werden…. unser zweites baby war auch ein „Anfängerbaby“ und hat es uns wirklich oft leicht gemacht. Nr. 1 war von Angang an in jeder hinsicht temperamentvoller und beide sind einfach genau richtig so wie sie sind!! Danke dass du das schlechte Gewissen beim zweiten Kind erwähnst – das plagt mich hier manchmal auch sehr und es tut gut zu hören dass es auch anderswo ähnlich ist.

    Danke dass du deinen Gedanken hier platz lässt und auch andere hier platz finden können.

    herzliche grüße
    steffi

    • Schön, dass du hier dabei bist, liebe Steffi!
      Und danke auch für deine Gedanken und Erfahrungen zum Thema.

      Alles Liebe
      Saskia

  3. Sehr schöner Artikel !

  4. So schön geschrieben!

  5. Dein Artikel trifft es absolut!
    Sehr schön – vielen Dank dafür.

  6. Miriam Witschel

    „Kinder betreten diese Welt bereits mit ganz viel Persönlichkeit“.
    Das ist eine so wunderbare Aussage❤️
    Dank dir für diesen wertvollen Beitrag.
    Alles Liebe, Miriam

  7. Liebe Saskia,
    heute hatte ich endlich mal ein paar Minuten, um hier ganz in Ruhe zu lesen. Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Vor allem, was du über den (angeborenen) starken Charakter schreibst, hat mich nochmal sehr ermutigt!
    Viele Grüße und ganz lieben Dank für deinen wertvollen Blog und deinen schönen IG-Feed! Ich schau und lese gern bei dir!
    Mirjam

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