Simplicity: Über achtsame Mediennutzung durch Kinder

 

Achtsame Medienkonsum für Kinder

Die Frage, wie Kinder mit digitalen Medien umgehen, ist für unsere Familie natürlich ein wichtiges Thema.

Als Bloggerin bin ich selbst seit Jahren aktiver Teil der online Community und nutze digitale Medien. Wir besitzen einen Fernseher, Tablets und Smart Phones. Und natürlich sehen unsere Kinder diese Geräte und unseren Umgang damit.

Bevor wir uns also die Frage stellen, welchen Zugang unsere Kinder zu digitalen Medien haben sollen, ist es wichtig und sinnvoll uns selbst zu hinterfragen.

Denn wenn unsere Kinder uns ständig vor den kleinen Bildschirmen sehen, ist das Interesse natürlich geweckt.

Low Tech or No Tech?

Mal ehrlich. Studien über die möglichen Auswirkungen von zu frühem und vor allem exzessivem Medienkonsum sind mittlerweile weit verbreitet. Wir Eltern treffen die Entscheidung ob und wie viel geschaut wird aber  meist doch sowieso wie wir es brauchen – schlechtes Gewissen inklusive.

Die Diskussion darüber ob und wie viel Kinder digitale Medien nutzen, möchte ich daher an dieser Stelle gerne sparen.

Fakt ist, Fernseher und Co sind kein geeigneter Babysitter – aber manchmal trotzdem die beste Alternative. 

Was digitale Medien so wertvoll macht

Im Umgang mit Medien gibt es für mich zwei ganz grundsätzliche Unterschiede in der Nutzung: Zum einen den Konsum, bei dem wir uns einfach berieseln lassen – zum anderen die aktive Nutzung von Medien, bei der wir selbst kreativ werden.

Hörspiele und Co

Im Kinderzimmer nutzen wir ein Audiosystem, bei dem wir gemeinsam mit den Kindern entscheiden was und wann gehört wird.

Grundsätzlich stellen wir uns bei der Auswahl der Titel folgende Fragen:

  • Sind die Inhalte altersgerecht
  • Wie ist der Umgangston, welche Werte werden vermittelt
  • Kenne die Kinder die Charaktere, gibt es z.B. Bücher dazu
  • Hören die Kinder zu oder läuft das Hörspiel nur im Hintergrund 
Fernsehen

Ein sensibel Thema – ich weiß. Wir haben uns persönlich dazu entschieden, dass unsere Kinder unter der Woche nicht fernsehen.

Wir haben gemerkt, wie schwer es unseren Kindern nach einer Serie oder einem Film fällt wieder ins freie Spielen zu finden. Oft haben die Kinder dann einfach nur die Inhalte der Serie nach gespielt und waren schnell frustriert.

Am Wochenende dürfen die Kinder aber regelmäßig Filme oder kleine Serien schauen.

Der Fernseher als Babysitter?

Ganz ehrlich, in der letzten Schwangerschaft habe ich an Tagen, an denen mein Kreislauf komplett im Keller war auch einfach mal unter der Woche einen Film angemacht. Aber sobald der Bildschirm aus war, bekam ich prompt die Quittung.

Mit überdrehten, gelangweilten Kindern und heftigen Emotionen, die ich so sonst nicht kannte. Natürlich gibt es auch immer mal wieder Gelegenheiten, zu denen wir die Kinder vor dem Bildschirm parken – für uns aber die absolute Ausnahme und mit dem Wissen um anschließende Emotionen.

Außerdem ist es unter Geschwistern ein schweres Thema ab wann sie fernsehen dürfen und vor allem was sie gemeinsame schauen können. Hier die Balance zu finden ist oft nicht einfach.

Grundsätzliche Fragen zum Inhalt:

  • Sind die Inhalte altersgerecht, denn die FSK-Kennzeichnung hilft um ehrlich zu sein kaum
  • Können die Kinder bei dem Gesehenen irgendetwas mitnehmen
  • Stehen die Folgen für sich einzeln oder baut sich die Spannung über mehrere Folgen hinweg auf
  • Wie lang dauern die Folgen/Filme
  • Gibt es Bücher, die bei großem Interesse auch nach dem Film hergekommen werden können 
Tablet

Das iPad ist und bleibt hier die Ausnahme und wenn, dann um darauf kreativ zu arbeiten.

Mein Mann hat zum Beispiel das Set von Osmo gekauft – ein Zusatz bei dem man alle Sinne nutzt, um kleine Aufgaben rund um Zahlen, Buchstaben und Logik zu lösen.

Für erste Schreibversuche habe ich außerdem vor Jahren eine App von Montessorium gelade – aber der Transfer von Tablet auf Papier hat mir gezeigt, dass es mit Stiften und Sandpapier viel eindrucksvoller ist.

Grundsätzliche Fragen:

  • Sind die Anforderungen altersgerecht?
  • Macht das Gespielte Sinn?
  • Geht es darum ein Ziel zu erreichen oder sind die Spiele endlos
  • Ist ein Transfer in die offline Welt möglich?
TipToi – ein Kompromiss?

Zur Geburt der Mittleren bekam die Große mit knapp 2,5 ein Buch und den Stift von TipToi geschenkt. Damals war sie damit natürlich total überfordert. Das Set landete also erst mal im Schrank. Ab 3,5 hat sie dann erstes Interesse daran gezeigt.

Wir haben einige Bücher zu Pferden, dem Bauernhof, Musik und Zahlen – alles in allem eine nette Sache für Autofahrten oder wenn einfach mal ein bisschen „Ruhe“ nötig ist.

Inzwischen sind beide Mädchen vom Stift begeistert – ein paar Kopfhörer waren daher zumindest für die Große eine sinnvolle Ergänzung.


 

Links zum Thema Mediennutzung von Kindern

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Ich mag es, wenn die Dinge einfach und gut sind: Wenn Aktivitäten den Alltag einfacher gestalten und am Ende des Tages ein richtig gutes Gefühl bleibt; wenn Essen nicht nur einfach zuzubereiten ist, sondern auch gut tut - und, wenn Produkte einfach funktionieren und etwas Gutes für alle Seiten bleibt.

6 comments on “Simplicity: Über achtsame Mediennutzung durch Kinder

  1. Oh Saskia! Das sind so tolle Impulse und ich sehe; wir müssen und wir möchten da dringend etwas ändern.

    Danke für deinen Artikel!

    Schönes Wochenende,
    Sabine

  2. Hallo Saskia,

    vielen Dank für den Artikel.
    Ich freue mich schon sehr auf eine Diskussion.

    Bei uns wird das Thema „Digitales“ auch alle paar Wochen verhandelt. Abgesehen davon, dass eine einmal getroffene Entscheidung „so machen wir’s“ schnell mal wieder veraltet ist, weil die Kinder sich mit ihren Interessen verändern, Winter anders ist als Sommer, wochentags anders als wochenends. Für mich ist zudem der grosse Altersunterschied der Kinder eine Herausforderung. Was für die Grossen (10 und 8) passt, ist natürlich nichts für die Kleinen (23 und 5 Monate), aber die kann ich schwer aussperren. Die Kleinen sollten idealerweise gar keinen Bildschirm sehen, aber das hat natürlich nur beim ersten Kind funktionert.

    Ich freue mich zu hören, wie Ihr das handhabt.

    • Hallo Gudrun,

      den Spagat kann ich gut verstehen – hier ist es natürlich ähnlich bzw. wird es mit dem Kleinen bald sicher auch wieder mehr Thema.

      Im Moment suchen wir tatsächlich Filme aus, die für beide Mädchen (fast 4 und 6) passen. Eine der beiden auszuschließen wäre hier auch unmöglich. Unser Kleiner mit fast 1 Jahr guckt natürlich gar nicht und wenn es nach mir geht, darf das auch noch lang so bleiben.

      Filme werden wir daher vorerst in seine Schlafenszeit legen oder sonst in einen anderen Raum gehen. Frag mich aber gerne in 1-2 Jahren noch mal 😉

      Liebe Grüße
      Saskia

  3. Danke für diese Impulse! Der Tiptoi wird hier phasenweise immer wieder mal genutzt – und seit Weihnachten gibt es eine Toniebox, die beide Kinder sehr lieben. Ich bin immer erleichtert zu lesen, dass auch bei anderen Kindern der Übergang nach dem Fernsehen so schwierig ist – daher haben wir hier eine ganz ähnliche Regelung.

    • Danke für deinen Kommentar!
      Ja, zumindest aus Erzählungen scheint es das Problem in den meisten Familien zu geben.

      Liebe Grüße

  4. Man sieht, dass man wirklich schauen muss, wie die Kinder reagieren. Bei uns ist es genau umgekehrt. Meine Tochter ruht sich beim Fernsehen tatsächlich aus. Einige Wochen habe ich Kämpfe ausgetragen, damit sie nicht zu viel schaut. Irgendwann hab ich beschlossen zwei Wochen zu testen und sie tatsächlich immer schauen zu lassen, wenn sie wollte. Sie wollte wirklich immer nur schauen wenn sie kaputt oder krank war. Da teilweise auch Mal sehr lange. Irgendwann hat sie einfach aus gemacht und angefangen zu spielen. Seit ca einem Monat will sie rein gar nicht mehr schauen. Deswegen darf sie jetzt tatsächlich mit drei Jahren fast immer selbst bestimmen, da sie es wirklich nicht als Berieselung benutzt, sondern anscheinend „runter kommt“. Nach spätestens einer halben Stunde spielt sie wieder und an den meisten Tagen frägt sie gar nicht danach. Tablet und Handy hat sie auch noch niemals benutzt und Tiptoi nimmt sie auch eher selten.

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