Simplicity: So lernen Kinder Bücher und Lesen lieben

So findet man Lieblingsbücher für Kinder bis 6

In den letzten 6 Jahren habe ich so einige Kinderbücher gekauft und vorgelesen. Oft haben wir uns dabei in der Buchhandlung oder Bibliothek inspirieren lassen. Und oft lagen die Bücher nach einer Leserunde auch schon wieder in der Ecke.

Was macht Kinderbücher also zu echten Lieblingsbüchern?

Vor allem Kinder unter 3 Jahren lieben ganz banale Alltagsgeschichten. Jemand geht einkaufen, besucht einen Bauernhof, erlebt die Jahreszeiten oder startet im Kindergarten.

Diese Geschichten finden auf Augenhöhe der Kinder statt und geben ihnen oft konkrete Worte für das, was sie tagtäglich erfahren, sehen und fühlen.

„Kinder unter 6 Jahren bilden ihr Verständnis aus dem, was sie um sich herum erleben – also aus der Realität. Darum lieben sie Bücher, die Dinge aus dem alltäglichen Leben reflektieren.“

Simone Davies – „The Montessori Toddler“ 

Ein Grund, warum die Conni Bücher, die ich bei der Großen so ungern gelesen habe im Grunde gar nicht so verkehrt sind. Auch, wenn man dem Kind erklären sollte, dass es manchmal einfach mehr als einen Versuch braucht, um neue Dinge zu erlernen. Conni ist eben etwas ganz besonderes.

Ganz einfach beginnen

Bevor es etwa ab 18 Monaten mit ersten kleinen Geschichten losgeht, eignen sich für Babys vor allem Bücher mit möglichst einfachen, alltäglichen Abbildungen: Tiere, Formen, Spielzeug und Haushaltgegenstände faszinieren schon die Kleinsten und helfen spielerisch den Wortschatz aufzubauen.

Für Kinder ab etwa 12 Monaten eignen sich dann klassische Wimmelbücher prima. Auch hier möglichst mit einfachen Szenen aus dem Alltag.

Etwa ab 6 Jahren begeistern Märchen und Fantasiegeschichten, die sich mit der realen Welt überschneiden. Ronja Räubertochter zum Beispiel, die viele „alltägliche“ Dinge erlebt, gepaart mit einer guten Portion Fiktion und Abenteuer.

Wie lang ist zu lang?

Wie lange sich ein Kind auf ein Buch konzentrieren kann, hängt immer stark vom Alter und Charakter ab.

Wenn Kinder sehr schnell unruhig werden, hilft es manchmal das Buch vorher gemeinsam anzuschauen. Dadurch bekommen Kinder ein Gefühl, wie weit die Geschichte jeweils fortgeschritten ist und können manchmal auch einfacher folgen.

Außerdem kann man Fragen zum Geschehen möglichst einfach nach Satzende beantworten.

Hier noch eine kurze Liste mit Fragen, die bei der Suche nach geeigneten Büchern helfen:

  • Wie viele Seiten/Text gibt es?
  • Ist der Text einfach zu verstehen?
  • Sind Fragen enthalten?
  • Faszinieren Abbildungen später auch noch ohne Vorleser?
  • Wie alt sind die Protagonisten?
  • Kennt mein Kind die Ausgangssituation und Themen aus eigner Erfahrung?
  • Sind die Geschichten in sich abgeschlossen?
  • Laden die Geschichten zum Nachspielen ein?

Mittlerweile kaufen wir kaum noch Bücher für unsere Kinder. In der Bibliothek gibt es eine enorme Auswahl und teilweise immer spezielle Thementische mit tollen Anregungen.

Die Kinder wissen, dass die Bücher nur für maximal vier Wochen bei uns sind und nehmen sie so viel bewusster wahr. Echte Lieblinge liehen wir einfach immer wieder aus oder kaufen sie anschließend doch.


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3 comments on “Simplicity: So lernen Kinder Bücher und Lesen lieben

  1. Danke für den schönen Einblick!
    Magst du mal ein paar der Bücher teilen die ihr mit den Kindern gern lest?

  2. Conni stand hier auch seeeehr lange ganz oben auf der Favoritenliste! Jetzt fangen wir mit längeren Geschichten an, die wir über mehrere Abende lesen – und ich genieße es total!

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