Baby-Led Weaning: Vom satt werden und wie man beginnt

Baby-Led Weaning - Die aller ersten Schritte zur selbstbestimmten Beikost

Baby-Led Weaning praktizieren wir mittlerweile zum dritten Mal recht erfolgreich. Und anders als bei der Großen, 2013, ernten wir inzwischen beim Begriff kaum noch fragende Blicke.

Es freut mich wirklich, dass sich die oft entspannte Alternative zu Babybrei inzwischen verbreitet hat. Trotzdem bekomme ich seit Jahren regelmäßig Nachrichten mit Fragen speziell rund um den Start von Baby-Led Weaning.

Ein häufiges Missverständniss – das satt werden

Oft erlebe ich, dass Eltern – wie wir damals auch – die Beikost unter dem Vorsatz starten, Milchmahlzeiten zu ersetzen. Etwa ab dem vollendeten 6. Lebensmonat, erhalten Babys über das Stille allein nicht mehr sämtliche benötigten Nährstoffe. Eisen wird hier oft als entscheidender Mangelfaktor genannt. Und natürlich beunruhigt es Eltern, wenn Babys sich anfangs immer noch zu einem großen Teil von Muttermilch ernähren oder sich erst mal gar nichts am Stillrhythmus verändert.

Baby-Led Weaning ist in den ersten Wochen aber tatsächlich dazu gedacht, Babys langsam und mit viel Eigenständigkeit an Nahrung heranzuführen. Bevor Babys beim Baby-Led Weaning wirklich satt werden, können manchmal einige Wochen vergehen. Babys werden also erst einmal mit unterschiedlichen Geschmäckern und Texturen vertraut, üben beißen und kauen und meistern zunehmend treffsicherer das Herunterschlucken.

In den ersten Wochen ist es dabei nicht ungewöhnlich, dass sich am Stillrhythmus nichts ändert. Denn stellt man den Kaloriengehalt eine Stillmahlzeit dem gegenüber, was anfangs mühsam in Stückchen gegessen wird, dann macht es durchaus Sinn, dass der Hunger vorerst weiter über die Stillmahlzeiten reguliert wird.

Eltern, die wirklich Sorge habe, ihrem Kind könnte es an Nährstoffen und Co mangeln, die sollten bitte direkt mit ihrem Kinderarzt sprechen, statt Hilfe und Tipps im Internet zu suchen.

Die zweite, oft gestellte Frage ist, was wir unseren Kindern konkret für die ersten eigenständigen Mahlzeiten angeboten haben.

Angebote heißt, dass wir das Essen immer in handgerechten Stücken – ganz nach Vorliebe des Kindes – vorbereiten und in seine Reichweite gelegt haben. Ob, wie viel und wann die Kinder essen, dürfen sie dabei selbst entscheiden.

Baby-Led Weaning, die ersten Mahlzeiten
  • Ein Stück Banane oder leicht zerdrückt
  • Gedünstete oder weich gebratene Apfel- und Birnenstücke {ohne Schale}
  • Gedünsteter Brokkoli und Blumenkohl
  • Gekochte oder gebackene Kartoffeln, Möhren und Süßkartoffeln
  • Salz- und zuckerfreies Brot und kleine Brötchen {Rezept folgt} – darf auch gern etwas trocken sein
  • Avocado in Streifen oder zerdrückt

Eigentlich habe ich mir geschworen Produkte wie einen „Fruchtsauger“ {Affiliate Link} nie zu empfehle – aber ich möchte ehrlich sein: Unser Sohn gehört zu den Babys, die sich viel und wirklich gruselig verschlucken. Weil ich mit drei Kindern am Tisch manchmal einfach nicht die volle Aufmerksamkeit für ihr habe, haben wir anfangs einen Fruchtsauger benutzt und ihn so „sicher“ an gedünstetem Obst und Gemüse kauen lassen.

Natürlich führt das gleichzeitige Saugen nicht zum besseren Erlernen von richtigem Essen – es hat uns den Start aber erheblich vereinfacht.

Banane und hartes Brot waren dann die ersten Nahrungsmittel, die auch ohne Sauger und mit 6 Zähnen gut zum Kauen geeignet sind.


Im Archiv findet ihr hier mehr Beiträge rund um Baby-Led Weaning und entspannte Beikost.

6 comments on “Baby-Led Weaning: Vom satt werden und wie man beginnt

  1. Christina

    Hach, dieser Beitrag hätte passender nicht kommen können 😊 sind gerade in der Brei-/BLW-Findungsphase – bin schon so gespannt, wie es läuft 😉

    • Das freut mich! Auf jeden Fall wünsch ich euch schon mal viel Spaß bei den ersten Grimassen 🙂

  2. Ich fand das mit dem Start schwierig weil ich mir einfach so unsicher war was ich dem Kind geben soll. Voll stillen war halt so einfach und praktisch, jetzt stand die Frage im Raum was ich denn nur immer kochen soll. Und das oft zu lesende “wir lassen das Kind einfach bei uns mitessen“ war mir für den Anfang zu vage. Bei der U5 hat mich die Kinderärztin gefühlt unter Druck gesetzt weil unsere Tochter zu schmächtig für ihre Größe war. Ich solle doch auf jeden Fall Brei geben. Von BLW halte sie nichts. Wir haben zweimal Brei angerührt, davon hat sie drei Löffel gegessen, danach nur noch mit dem Löffel fangen gespielt. Viel geholfen haben mir die anderen Pekip-Mamas die mich beruhigten und mir Tips gaben. Ich habe oft Kartoffeln und Möhren gedünstet,im Thermomix geht das halt super schnell. Auch weichgedünstete Äpfel und Birnen sind toll. Hab meine Tochter jedoch anfangs noch gefüttert, immer kleine Stücke vor den Mund gehalten. Sie hat dann selbst entschieden ob sie essen will oder nicht und die Sauerei hielt sich in Grenzen. Am Anfang hatte ich sie noch meinem Schoß sitzen, immer einen Kosmetikspiegel gegenüber stehen damit ich sah was sie machte. Mittlerweile ist sie 9 Monate, sitzt im Kinderstuhl und mampft selber aus ihrem Teller, unglaubliche Mengen! Ich bereue nicht dass wir mit BLW angefangen haben, es ist so toll ihr zuzuschauen. Ob ich jetzt weniger stille kann ich gar nicht sagen- an manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Wir nehmen es wie es kommt, gestern war zB die erste Nacht in der sie ohne Stillen durchgeschlafen hat. Einfach so.

    • Liebe Amanda,

      das geht glaube ich jedem so. Selbst beim dritten Anlauf gab es hier noch so einige Fragezeichen.

      Das „einfach mitessen“ passiert dann etwas später tatsächlich ganz von alleine. Nur gibt es eben einen Unterschied zwischen dem echten Start in die Beikost und Beikost an sich.

      Die Kartoffeln kochen wir jetzt zwar auch für die ganze Familie {ganz und ohne Salz} – aber erstmal gibt es für den Mini darum, das essen an sich zu lernen.

      Und so wie du schreibst, ist euch das alles ja wunderbar gelungen – auch ohne große Hilfe von außen. Und ja, die schlaflosen Nächte kommen und gehen meist auch ganz von alleine.

      Alles Liebe
      Saskia

  3. In Deutschland kann man sich bei Fragen zur Beikost auch an Hebammen wenden. Das kann manchmal auch hilfreicher sein, weil die sich ein wenig mehr Zeit nehmen können und ggf. mehr Ahnung haben.

    Wir haben am Anfang viel Zucchini (gedünstet) und Gurke in Sticks geschnitten gegeben. Da wurde das Innenleben dann abgelutscht und gekaut. Die meisten Sachen, die du oben benannt hast, wurden bei uns nicht angenommen 🙂
    Wir haben mit BLW angefangen und dann wurde irgendwann deutlich, dass der Sohn mehr essen möchte und er hatte dann Spaß an stückige, breiige Sachen gefüttert, und dann gingen irgendwann auch Nudeln… Bei einem zweiten Kind würde ich tatsächlich wieder genauso anfangen und dann zerdrücktes Essen vom Tisch dazufüttert (natürlich immer darauf achten, möchte das Kind was – nicht einfach den Löffel schnell hintereinander in den Mund schieben). Irgendwie ist es immer bisschen schade, dass man oft beim ersten Kind das Vertrauen in den eigenen Weg noch nicht hat. Ich habe mir so einen Kopf um Beikost gemacht, und letztlich war es alles gut so.
    Liebe Saskia, ich finde die kleinen, feinen Veränderungen in deinem Blog schön! Ich hatte hier gerne reingeschaut (noch ohne Kind), und irgendwann war es mir zu konsumlastig. Immer noch schön, aber nicht mehr so meins, und ich gucke hier jetzt wieder richtig gerne rein.
    (Wobei das überhaupt keine Kritik an Werbung in Blogs sein soll, wenn man damit seinen Lebensunterhalt oder einen Teil davon verdienen möchte – es ist nur nicht meins).
    LG Nadine

    • Danke für deinen Kommentar, liebe Nadine.
      Ja, jeder hat da einfach seinen eigenen Geschmack und man muss wohl oder übel einfach probieren.

      Und danke auch für deine Worte zum Blog – ja, so gefällt es mir selbst auch viel besser 🙂

      Liebe Grüße
      Saskia

Comments are closed.