Oh Baby! // Entspannter Start in die Beikostzeit

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Die Tage bis zum 6. Lebensmonat sind gezählt und schon in dieser Woche gab es hier für den Minimann die heiß ersehnte erste Mahlzeit. Bevor ich unsere Tipps und Rezepte mit euch teile, brennt es mir daher unter den Fingern ein paar ganz allgemeine Worte dazu zu schreiben. Denn entspannt war das Thema Beikost bei uns anfangs nicht.

Die ersten Kinder sind die schwierigsten, heißt es – und 90% des Problems stehen dabei meist vor dem Kind. Nein, mal im Ernst. Es war beim ersten Kind mein oberstes Ziel die empfohlenen 6 Monate voll zu stillen. Das ist laut WHO schließlich das Beste fürs Kind – und das ist es ja, was Eltern möchten. Bevor es also termingerecht mit der Beikost losging – damals war Brei das normale Herangehen – ließ ich mich von unserer Hebamme detailliert einweisen. Ein Service, der in Deutschland und der Schweiz jeder Familie zusteht.

Da war von einer bestimmten zeitlichen Abfolge der Breie die Rede, von Vitaminen, von Eisen und konkreten Mengenangaben. Das Gespräch verließ ich hoch motiviert, mit detaillierter Einkaufsliste und einer genauen Vorstellung wie es nun laufen würde.

Vom Breiverweigerer

Der erste Brei – Pastinake pur – war liebevoll zubereitet. Das Beikostöl ml-genau abgemessen – und unserer Tochter schien das Ganze wirklich zu schmecken. Drei Wochen weiter im Geschehen, wollte unsere Große allerdings nichts mehr von Brei wissen und standen mir die Schweißperlen pünktlich zur jeder Mahlzeit auf der Stirn.

Die Mütter aus der Krabbelgruppe berichteten allesamt wie reibungslos es mit dem Brei klappt. Irgendwie schienen wir – wie schon beim Thema Durchschlafen – nicht so ganz normal zu sein.

Zum Genussesser

Im Internet stieß ich dann auf das damals noch recht unbekannte Baby-Led Weaning Prinzip – also den Beikoststart ohne Brei, sondern mit gedünstetem Gemüses & Co in mundgerechten Stücken.

Das Buch „Das Kochbuch für Baby und Kleinkind: Rezepte aus dem River Cottage“ {Link zum Partnerprogramm} ist bis heute mein absoluter Favorit und erklärt neben vielen leckeren BLW-Rezepten, warum Babys eigentlich keinen Brei brauchen und wie es mit dem Sattwerden irgendwann trotzdem klappt.

Beikost für Baby Nr. 3

Unsere Große war absolut begeistert vom BLW und auch beim zweiten Kind hat es uns den Start in eine relativ stressfreie Beikostzeit ermöglicht.

Dogmatisch sind wir dabei aber trotzdem nicht. Bei uns geht es für die Kinder in erster Linie um Genuss und das Entdecken von Essen. Ganz nach eigenem Tempo und Vorlieben, werden wir daher auch beim Minimann einen wilden Mix aus Brei und BLW praktizieren. Einen alten Post zu den 5 häufigsten BLW Fragen und wie man hier startet könnt ihr hier nachlesen.

Satt zu werden ist in den ersten Wochen also absolut nebensächlich. Es werden keine gegessenen Mengen protokolliert oder strenge Reihenfolgen abgearbeitet. Einzig die ungeeigneten Lebensmittel meiden wir natürlich und versuchen wir die Verdauung nicht zu sehr zu belasten.

Author: Saskia

Ich mag es, wenn die Dinge einfach und gut sind: Wenn Aktivitäten den Alltag einfacher gestalten und am Ende des Tages ein richtig gutes Gefühl bleibt; wenn Essen nicht nur einfach zuzubereiten ist, sondern auch gut tut - und, wenn Produkte einfach funktionieren und etwas Gutes für alle Seiten bleibt.

  • Wie merkwürdig man sich selbst vorkommt, wenn man zu den „Anfängen“ zurückblickt wo man sich hat noch so viel reinreden lassen. Einfach weil man es nicht besser wusste.

    Schön geschrieben und guten Appetit kleiner Mann.

  • Liebe Saskia,
    entspannt sein hilft bei diesem Thema echt ungemein 😉.
    Ich wollte dir noch „Danke“ sagen, weil ich durch dich in der Schwangerschaft auf BLW gestoßen bin und gleich begeistert war. Als unser Kleiner mit gut sechs Monaten beikostreif war, haben wir gestartet und jetzt mit 14 Monaten ist er nach wie vor ein guter Esser, der bisher alles probiert und auch so ziemlich alles isst. Einfach toll!
    Viel Spaß bei Kind Nr. 3!
    Liebe Grüße,
    Lisa

  • Ich bin ganz bei dir was BLW betrifft. Wir haben nun auch schon 3 Kinder so durch die Beikostzeit geschafft.
    Netter Nebeneffekt ist, dass man nicht noch extra Arbeit hat für´s Baby und dass man entspannt bleiben kann, solange man weiterstillt.
    Unsere Große aß zum Beispiel erst mit 1 Jahr wirklich mal was. Die beiden Kleineren haben da zeitiger angefangen. Man sollte da auch immer auf die Beikostreifezeichen schauen und von daher sind die 6 Monate für mich kein festgesetztes Datum, sondern kann der Beikostanfang auch früher oder später sein.
    Allerdings muss ich dir bei einer Sache widersprechen, zumindest in dem Kontext, dass hier sicher auch viele Erstmamas mitlesen.
    Ich würde ein BLW-Kind nicht in einer Wippe oder in diesem Babyset selbst essen lassen. Das finde ich sehr gefährlich, falls sich das Kind verschluckt und das tun sie anfangs gern. Ich meine auch, dass es in den Büchern dazu so steht. Wir haben unsere 3 immer auf dem Schoß oder im Stühlchen sitzen lassen beim Erkunden des Essens.

    Liebe Grüße
    Annemie

    • Danke für dein Feedback Annemie, da hast du natürlich absolut Recht – ich war da zu sehr von unserer Ist-Situation ausgegangen.
      BLW gibt es hier auch erst dann, wenn der Minimann frei sitzen kann. Ich habe es oben entsprechend abgeändert.

      Liebe Grüße
      Saskia

  • Liebe Saskia,

    wirklich ein schöner Post.
    Bei meinem Sohn war es genau andersrum als bei deiner Großen. Als es bei uns vor gut 2 Jahren mit der Beikost losging, war hier im Internet BLW ganz groß und es hörte sich so toll an. Nunja… während er den Brei von Anfang an sehr gut gegessen hat (nicht mal stillen musste ich ihn danach), hat es mit dem gedünsteten Gemüse oder Banane nicht klappen wollen. In der Krippe haben sie ihm dann mit einem Jahr tatsächlich das Mittagessen noch pürieren müssen, weil er es anders, obwohl er genügend Zähne hatte, nicht essen wollte.
    Das Essens-Thema ist tatsächlich eines der wenigen Themen, das ich bei einem zweiten Kind entspannter angehen würde.

    LG Anna

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