Never help a child with a task at which he feels he can succeed. Maria Montessori

Von Montessori und den mittleren Kindern

Never help a child with a task at which he feels he can succeed. Maria Montessori

Never help a child with a task at which he feels he can succeed

Boom – dieses Zitat von Maria Montessori hat mich vor ein paar Wochen so richtig erwischt. Eigentlich nichts Neues – aber etwas, das ich grade in dieser Phase meines Mama-Daseins noch einmal Wort für Wort, Silbe für Silbe lesen und sacken lassen musste.

Ja, unser Alltag ist im Vergleich zu anderen Familien ziemlich entspannt. Der Kindergartenalltag der Großen und die Geburt unseres Sohnes vor 8 Wochen bedeuteten für mich aber plötzlich einiges mehr an Organisation und damit einhergehend – auch wenigert Zeit und Muße für unsere Mittlere.

Während unser Tagesablauf vorher einfach nur vom Wetter und ein paar Spielverabredungen abhängig war, hieß es in den letzten Monaten oft: „Bitte zieh dich an, wir müssen jetzt los!“ „Der Kindergarten / deine Schwester wartet!“ oder „Mama muss jetzt schnell O stillen / beruhigen.“  

In solchen Situationen – oder wenn drei Kinder gleichzeitig Bedürfnisse haben – hilft es nach dem Dringlichkeitsprinzip vorzugehen. Da wird ein Kind einfach mal schnell angezogen oder der Kakao schon fertig hingestellt. Von der abgelehnten „Hilfe“ beim Fensterputzen fange ich jetzt gar nicht erst an.

Natürlich geht es bei dem oben genannten Zitat darum, Kinder durch vermeintliches Helfen nicht vom erleben wertvoller Erfahrungen abzuhalten. Für mich setzt es aber schon viel früher, nämlich gar beim Vermeiden genau dieser Situationen an.

Mehr Zeit für dich

Als ich das Zitat las war mir also klar – ich möchte etwas ändern! Die Ruhe und Zeit, die beim ersten Kind noch mehr als genug vorhanden war, möchte ich auch wieder für unsere Mittlere finden. Sicher wird das nie so einfach sein und manchmal auch scheitern. Trotzdem möchte ich im Alltag nicht versäumen ihr ganz viel Raum für eigenes Handeln und eigene Fehler zu lassen.

Die Schuhe und Jacke allein und gerne auch mal falsch herum anziehen, den Kakao anrühren, das Fenster putzen oder den Knüpfstern ein zehntes Mal komplett aufribbeln – all das dauert vielleicht ein bisschen länger und macht Arbeit, ist für sie aber so essenziell wichtig.

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Ich mag es, wenn die Dinge einfach und gut sind: Wenn Aktivitäten den Alltag einfacher gestalten und am Ende des Tages ein richtig gutes Gefühl bleibt; wenn Essen nicht nur einfach zuzubereiten ist, sondern auch gut tut – und, wenn Produkte einfach funktionieren und etwas Gutes für alle Seiten bleibt.

6 comments on “Von Montessori und den mittleren Kindern

  1. Danke für diesen schönen Artikel!
    Hast du einen Tip für mich wie man die Zeit besser finden kann? Unsere Kinder sind 2 und 5 und ich finde das oft schwer beiden gleich viel Aufmerksamkeit zu geben…

  2. Anna Philippa

    Liebe Saskia,

    auch ich musste mir am Wochenende genau dasselbe wieder bewusst machen. Bei uns liegt es nicht an der Anzahl der Kinder (wir haben nur eins ;)), sondern daran, dass ich viel zu oft dem Sohnemann helfen möchte, weil ihm gerade dies oder jenes schwer fällt. Dabei weiß ich ganz genau, dass genaue jene Erfahrungeb gut und wichtig für das Kind sind. Aber manchmal vergesse ich es eben doch wieder.
    Insofern ist jede zusätzliche Erinnerung hilfreich 🙂

    LG
    Anna Philippa

  3. Diesen Satz von M. Montessori ist auch seit längerem mein Wegbegleiter im Mamaalltag. Und ich denke, dass das für eure Mittlere auch eine schöne Change sein kann, selbständig zu werde, ihrem eigenen Persönchen in der Entwicklung mehr Raum zu geben. Bei unserem Junge, der keine Geschwister hat, stösst man da oft an andere „Probleme“, dass es eben nie heisst, ich muss noch schnell bei x oder y schauen, stillen, beruhigen. Von dem her hat alles seine Richtigkeit, sein Plätzchen und jedes Kind ist in einem anderen Tempo in seinem entsprechenden Umfeld unterwegs. Hab es fein & eine gute Woche, Franziska

    • Ja, ich weiß genau was du meinst – ein Kind ist eben nicht „kein Kind“ sondern oft wirklich anstrengender.

      Vor allem weil es ja auch oft nur einen Ansprechpartner gibt, wo hier zB auch viel unter den Kindern gespielt und gestritten wird.

  4. Wahre Worte! Jetzt habe ich nur ein Kind und muss mir dennoch immer wieder vor Augen führen meinem Kind die Zeit zu lassen alltägliche Dinge selbst zu erfahren. Wir neigen doch sehr dazu unsere Hektik und unseren Stress auch auf die Kinder zu übertragen und nehmen ihnen so oft die Möglichkeit sich selbst auszuprobieren. Inzwischen versuche ich so oft wie nur möglich einfach durch zu atmen und meine Tochter machen zu lassen, auch wenn wir dann eben 10 Minuten zu spät kommen. Mit 3 Kindern ist das natürlich nochmal ein anderer Akt 😉
    Liebe Grüße

    • Man wächst ja bekanntlich mit den Herausforderungen – und um ehrlich zu sein fand ich es mit „nur“ einem Kind auch wesentlich anstrengender, bzw. war die Umstellung einfach noch größer als mit jedem weiteren Kind.

      Alles Liebe
      Saskia

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