Fotografie mit Leidenschaft – Katja Heil


Die Sommerferien stehen vor der Tür und für viele Familien damit Zeit für echte Abenteuer und ganz viel Miteinander. Im Zeitalter von Instagram und hochauflösenden Handykameras sind kleine Erinnerungen schnell gemacht und noch schneller geteilt – aber nicht selten landen viele dieser Schnappschüsse danach einfach im digitalen Ordner und in Vergessenheit.

Für alle, die darum ein bisschen Inspiration zu tollen Motiven, digitaler Verwaltung und dem nötigen Zubehör suchen, habe ich heute die unglaublich talentierte Fotografin und zweifache Mama Katja Heil um ein paar Einblicke und Tipps gebeten. Und wer bei diesem Thema schon mit allen Infos versorgt ist, der kann einfach diese traumhaft schönen Aufnahmen genießen.

Liebe Katja, magst du dich kurz vorstellen?
Hi, ich bin Katja, 36 Jahre alt, verheiratet, Mutter einer Zweijährigen und eines Vierjährigen, selbständige Fotografin und Bloggerin bei Fräulein K sagt ja und Antons ganze Welt. Wir leben in der Nähe von Karlsruhe und mögen das Leben hier sehr. Dennoch sind wir viel unterwegs, besonders die Reisen mit Kindern machen uns Spaß. Die Kamera begleitet mich nicht nur berufsbedingt, sondern auch privat häufig. Ich freue mich, Euch ein paar Tipps mitgeben zu können, denn ich erinnere mich noch sehr gut an meine fotografischen Anfänge. Ich bin nämlich auch keine gelernte Fotografin, sondern eigentlich Betriebswirtin. Doch das ist eine andere Geschichte 🙂


Dein Tipps für die Wahl der richtigen Kamera
Man sollte sich zuerst kurz überlegen, für welche Zwecke man eine Kamera benötigt. Um sie immer dabei zu haben und im Urlaub ein paar schöne Schnappschüsse zu machen? Ganz ehrlich? Dann ist man mit den meisten Mobiltelefonen wirklich gut unterwegs. Für meinen Geschmack stehen sie den Kompaktkameras in nichts mehr nach. Nachteil: sie sind langsam. Es dauert ein paar Sekunden bis sie einsatzbereit sind. Wer Kinder fotografieren will, erkennt, dass man damit schnell an die Grenzen der Technik kommt und der Moment verflogen ist bis die Kamera startklar ist.

Wenn es schon im Richtung Fotografie und weitere Möglichkeiten der Bildgestaltung gehen soll, Stichwort Schärfentiefe, braucht eine Kamera, die unterschiedliche Blenden zulässt. Die Blende ist maßgeblich für den Grad der Schärfe verantwortlich. Portraits mit einem unscharfen Hintergrund benötigen eine offene Blende. Mit einer Bridge Kamera tastet man sich in die richtige Richtung und kann (bei einigen Modellen) auch schon Objektive wechseln.

Letztendlich würde ich jedoch jedem, der Spaß an der Fotografie hat und aus der ‚Knipser‘ heraus möchte, eine Spiegelreflexkamera empfehlen. Der Kauf eines Einsteigermodells lohnt sich selten, weil man aus der ebenso schnell heraus wächst, wenn man nicht nur im Automatikmodus fotografieren möchte. Ich empfehle daher immer ein Mittelklasse Modell mit einem Kit-Objektiv (das sind die, die bei den Paketen meist dabei sind) zu kaufen und sich dazu eine 50mm Festbrennweite zu holen. Damit fängt das Fotografieren dann an und man ist erstaunt, welchen Qualitätsunterschied das macht.

Wo findest du schöne Motive und worauf sollte man hier achten?
‚Schön‘ ist je recht relativ 🙂 Mir gefallen immer Motive, die harmonisch sind. Szenen, die ein tolles Licht haben, wunderschöne Farben und schöne Linien. Es hilft anfangs viel, wenn man mal bewusst hinschaut. Wann sind die Schatten hart? Über Mittag? Zu dieser Zeit gibt es nur schwer schöne Fotos, besser ist das Fotografieren am späten Nachmittag, oder komplett im Schatten.

Neben all den technischen Einstellungen, die man auf ein paar Tricks reduzieren kann, versuche ich immer clever zu fotografieren. Auch im Urlaub: bevor an das Foto macht schon schauen, wie die gesamte Szene wirkt und wie das Licht ist. Kinderportraits in der Sonne fotografieren? Nicht so gut. Sie müssen blinzeln, tiefe Schatten fallen von oben unter die Augen und die Farben fressen aus. Besser ist es sich eine Szene im Schatten, zum Beispiel zwischen Gebäuden, zu suchen und dort zu fotografieren.


Deine Geheimtipps für das fotografieren von Kindern?
Sei schneller und schlauer als Deine Kinder 🙂 Klingt einfach, aber darin liegt der Schlüssel. Suche Dir einen schönen Platz mit gleichmäßigem Licht. Stelle die Kamera, achte auf eine offene Blende, z.B. 2.2 und eine kurze Belichtungszeit, z.B. 1/500sek und setze ggf. die ISO etwas höher, um diese Werte zu ermöglichen (hier kommt eine Spiegelreflex Kamera voll zum Tragen). Überlege, was Dein Kind machen soll (stillstehen mögen die wenigsten). Und dann hole das Kind dazu.

Kinder im Krabbelalter kann man mit etwas unbekanntem noch recht gut beschäftigen. Meist reicht ein Stöckchen, eine Muschel, eine Blume, um sie für ein paar Minuten still setzen zu haben. Auch Kinderlieder oder Fingerspiele funktionieren gut und oft klatschen sie begeistert mit. Perfekt für ein Foto!

Je älter sie werden, desto schwieriger wird es, denn desto größer wird der Bewegungsdran. Anton, mein Sohn, ist derzeit nur am Springen, Rennen und Klettern. Außerdem schneidet er nur Grimassen, wenn er eine Kamera sieht. Ich nutze diese Eigenschaften für die Fotos. Wir starten zum Beispiel auf einer Mauer, auf der er entlang balancieren kann, klick, am Ende springt der herunter, klick, rennt auf mich zu, klick, klick und umarmt mich, peng 🙂 Im Ernst, das geht auch prima mit dem Papa und gibt richtig schöne, emotionale Familienbilder.

Die Grimassen nerven mich selbst auch, aber es gibt einen Trick damit Umzug gehen: mitmachen! Schneidet die doofsten Fratzen und macht noch doofere Laute und er wird sich kaputt lachen. Klick.

Es ist nicht einfach, aber mit ein bisschen Geduld und liebevoller Animation geht das schon. Der technische Umgang mit der Kamera ist genauso wichtig wie das Agieren mit dem Model. Wenn Ihr mögt, schaut mal auf unserem Reiseblog vorbei, dort habe ich schon mal ausführlicher die technischen Einstellungen und Tipps zum Fotografieren von Kindern beschrieben.

 

Wie behältst du Ordnung im Bilderrausch?
Mit einer ganz konsequenten Vorgehensweise, die ich für alle Fotos nutze, privat wie beruflich: Ich fotografiere ausschließlich im RAW Format, importiere die Dateien in Lightroom und lege die Dateien parallel auf zwei externen Festplatten ab. Eine ist nur das Backup, mit der anderen arbeite ich. Jeder Fotojob bekommt ein Datum und einen Namen, außerdem sind die Bilder in Lightroom getaggt, so dass ich recht schnell alle Fotos mit ‚Hochzeit‘ oder ‚Urlaub‘ finden kann.

Was hast du immer in der Fototasche dabei?
Ich unterscheide zwischen ‚Ich mache mir leicht und nehme das Handy‘ und ‚Ich fotografiere auch‘. Im zweiten Falle ist auf privaten Reisen die Nikon D810 als Kamera mit dabei, darauf befindet sich meist das 50mm 1.4 Objektiv. Das ist klein und scharf. Mit ihm fotografiere ich 80% meiner Bilder. Sehr gerne mag ich auch das 35mm 1.4 von Nikon, das auch im Reisegepäck ist. Mehr benötige ich privat fast nie. Wer als Mama unterwegs ist weiß, was man da so gerne mit sich schleppt, von daher halte ich die Kameratasche eher schlank 🙂

Vielen Dank für diesen Einblick, liebe Katja!

Alle Leser aus dem Raum Köln, möchte ich außerdem noch auf einen speziellen Foto Workshop für einfach bessere Urlaubsbilder hinweisen, den Katja am 26. und 27. September 2015 in Köln anbietet – alle Infos dazu findet ihr hier {klick}.

Fotos | Katja Heil

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Ich mag es, wenn die Dinge einfach und gut sind: Wenn Aktivitäten den Alltag einfacher gestalten und am Ende des Tages ein richtig gutes Gefühl bleibt; wenn Essen nicht nur einfach zuzubereiten ist, sondern auch gut tut – und, wenn Produkte einfach funktionieren und etwas Gutes für alle Seiten bleibt.

7 comments on “Fotografie mit Leidenschaft – Katja Heil

  1. Das waren tolle Tips und vor allem tolle Bilder, vielen Dank.

    LindaLibraLoca: Beauty, Baby and Backpacking

  2. Wunderschöne Bilder und so viel guter Input! Danke Katja und danke Saskia für's teilen!

    Liebe Grüße
    Dagmar

  3. Danke liebe Saskia fürs Zeigen auf deinem schönen Blog 🙂
    Fühl Dich gedrückt! Lieben Gruß,
    Katja

  4. Danke liebe Saskia fürs Zeigen auf deinem schönen Blog 🙂
    Fühl Dich gedrückt! Lieben Gruß,
    Katja

  5. Vielen Dank für die tollen Tips und für die schönen Fotos. Ich selber habe seid kurzem eine Spiegelreflexkamera und versuche die Automatikeinstellung zu vermeiden. Lieben Dank

  6. Die Tipps sind super, möchte demnächst die Nichte fotografieren, die gerade die Fortbewegung für sich entdeckt. Da werden sonst die Bilder oft verwackelt, wenn sie sich bewegt. Werde die Einstellungen testen und das mit der Ablenkung ausprobieren. Schaue mich auch mal auf deinen Blogs um.

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