Baby Led Weaning Oh Baby!

Baby-led Weaning – Schnellkurs in 5 Fragen

23. März 2015

Schon länger plane ich einen neuen Post über unsere Erfahrungen mit breifreier Beikost und einfachem Baby-led Weaning {hier nachlesen}. Zwar bin ich keine Expertin auf diesem Gebiet aber ich weiß aus eigener Erfahrung welche Fragen junge Eltern bei diesem Thema bewegen und wie schwer es manchmal ist einfache Antworten zu bekommen. Im heutigen Post möchte ich daher auf die fünf Fragen eingehen, die mir in den letzten Monaten am häufigsten im Zusammenhang mit BLW begegnet sind.

Wann fängt man mit breifreier Beikost und BLW an?

Kinder entwickeln sich vor allem in den ersten Lebensmonaten sehr unterschiedlich und genau so individuell ist daher auch der richtige Zeitpunkt, um Kinder an selbstständiges Essen zu führen. Grundsätzlich sollten Kinder alleine aufrecht sitzen und Gegenstände gezielt zum Mund führen können. Bei den meisten Kindern sind diese Fähigkeiten etwa mit dem vollendeten 6. Lebensmonat ausgebildet. Die Intuition der Eltern spielt hier eine große Rolle und wer sich unsicher ist, sollte einfach auf sein Bauchgefühl hören.

Wie fange ich an?

Bevor man sich damit auseinandersetzt, was gut und gesund fürs Kinder ist, sollte man sich auf jeden Fall über die Liste der ungeeigneten Lebensmittel informieren. Da es uns beim BLW-Start nie nur ums Sattwerden sondern vor allem den Spaß am Essen geht, bekam Emmi einfach direkt kleine Teile unseres Essens in handgerechten Stücken. Was die Größe der Gemüse- und Obststücke angeht, kamen unsere Kinder am besten mit etwa fingerdicken Sticks zurecht – und auch hier dürfte jedes Kind andere Vorlieben haben.
Was die Auswahl der geeigneten Nahrungsmittel angeht, haben wir uns ganz einfach nach der Saison gerichtet – Kürbis, Birnen und winterliches Rübengemüse standen in den letzten Monaten also ziemlich oft auf dem Speiseplan. Gemüse backe ich am liebsten im Ofen, Obst braten wir in den ersten BLW-Wochen kurz in der Pfanne. Die richtige Konsistenz hängt – natürlich – von den Vorlieben des Kindes ab und verändert sich mit der Zeit. Beim Backen, Dünsten und Braten kann man zwischendurch einfach prüfen und problemlos experimentieren.
Neben den verarbeiteten Speisen eignen sich Beeren und Bananen als perfekter Snack für zwischendurch. Während Lotte damals im Sommer mit Begeisterung Erdbeeren lutschte, naschte Emmi anfangs gerne halbierte Blaubeeren – ganz abgesehen von der großen Schmiererei, die man mit beidem anrichten kann. Salzarmes Brot, Nudeln und Reis waren außerdem in den ersten Monaten eine tolle Ergänzung zu den frischen Zutaten und praktisch für unterwegs.

Was tun, wenn sich mein Kind verschluckt?

Bei diesem Punkt bin ich auch beim zweiten Kind nicht gänzlich tiefenentspannt und verstehe die Sorge mancher Eltern. Zwar ist der Würgreflex von Säuglingen extrem stark ausgebildet – trotzdem oder gerade deshalb gefriert mir beim Verschlucken und anschließendem Hustkonzert regelmäßig das Blut. Wichtig ist die Kinder beim Essen wirklich nie unbeaufsichtigt zu lassen und Gefahren möglichst früh abzuwenden. Mit dem kleinen Finger lassen sich zu große Teile gut aus dem Mund befördern und beherztes Klopfen auf den Rücken kennen die meisten sicher noch aus dem Erste Hilfe Kurs. Hebammen und Kinderärzte bieten außerdem spezielle Erste Hilfe Kurse für den Umgang mit Kleinkindern an und wer sich unsicher bei diesem Thema ist, kann sich hier vor dem Beikost-Start noch mal ausführlich schulen lassen.

Stillt sich mein Kind mit BLW schnell ab?

Auch hier gilt wieder das Mantra: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Aus eigener Erfahrung und unserem Bekanntenkreis kann ich sagen, dass gerade beim BLW noch relativ lang gestillt wird. Beim BLW gelangt in den ersten Wochen meist nur relativ wenig Essen in den Magen und so kann es sein, dass sich auch am Stillrhythmus vorerst überhaupt nichts ändert. Volle Stillmahlzeiten haben wir erst nach ca. 6-8 Wochen ersetzt, das nächtliche Stillen war und ist davon jedoch nicht beeinflusst.

Wie klappt der Übergang zum Familienessen?

Der Übergang zum gemeinsamen Essen für die Familie klappt meist ganz problemlos. Während der Mahlzeiten durfte Lotte immer mehr von unserem Essen probieren und mit knapp 11 Monaten brauchte sie kein separates Essen mehr. Beim Würzen der Speisen sollten Eltern dann natürlich auf Salz, mögliche Allergien und eine milde Schärfe achten.

Weitere Infos und eine kleine Übersicht unserer BLW-Speisen findet ihr auch im Archiv {hier nachlesen}. So viel erst einmal von unseren Erfahrungen und Tipps – über eure Anregungen und Gedanken zu dem Thema freue ich mich wie immer sehr.

  • judith
    23. März 2015 at 15:21

    Tiefenentspannt bezüglich des Verschluckens bin ich auch nicht. Mein Mann arbeitet im OP und die operieren so gut wie jeden Tag mindestens einem Kind Nahrungsmittel aus der Lunge. Am häufigsten Erdnüsse übrigens 😉

    Mein LieblingsBLW-Essen ist Süsskartoffelpommes. Die sind so einfach und lecker! Dem Kleinen mach ich es mit ganz wenig Sonnentor-AllesimGrünen-Gewürz, mir selber und den restlichen Familienmitgliedern auch mit Salz, Pfeffer und Sesam. Süsskartoffeln haben wir immer zuhause.
    Spargel find ich auch super.

    Prinzipiell koch ich alles Obst und Gemüse bevor es im Mund landet – erstens weil ich TCM-Fan bin und zweitens, weil mein Sohn an rohem Obst noch sehr herumwürgt (ausgenommen Beeren natürlich).

    Danke für deine wertvollen BLW-Beiträge!

  • Anne
    23. März 2015 at 19:01

    Bei uns war sogar nach 3-4 Monaten noch kaum eine Mahlzeit komplett ersetzt. Wir haben mit 5 1/2 Monaten langsam angefangen Meist gab es Fingerfood bei der Familienmahlzeit und anschließend wurde gestillt, nur halt nicht so lang wie bei einer alleinigen Stillmahlzeit.
    Komplett abgestillt haben wir erst kürzlich, nach ca. 19 Monaten.

  • Linda Libra Loca
    23. März 2015 at 20:26

    Schöner Beitrag. Wir haben Brei parallel gehabt, weil die Bohne mit 5 1/2 Monaten nicht mehr gestillt werden wollte, und seit sie 11 Monate alt ist, isst sie bei uns mit. Zum Leidwesen meines Mannes, der jetzt kein scharfes Thai-Curry mehr kochen darf…

    LindaLibraLoca: Beauty, Baby and Backpacking

  • Linnea
    26. März 2015 at 10:20

    Wir machen im Großen und Ganzen bei beiden Kindern dieselben Erfahrungen wie auch ihr. Insgesamt sind wir beim zweiten Kind mutiger und gelassener, was die Essenauswahl und Verschlucken angeht. Als Allrounder hat sich bei uns übrigens die Avocado herausgestellt. Ob später mit dem Löffel, als Brotaufstrich oder minimalistische Nudel"sauce", die geht einfach immer. Einige Bilder aus der BLW-Zeit gibt es auch noch auf meinem Blog, beispielsweise von Crêpes mit Avocado, Möhre etc. Viele Grüße und fröhliches Kochen! Linnea